Tag 29 – Alles hat ein Ende
So richtig toll haben wir nicht geschlafen. In diesem Zimmer wird es schnell stickig und man will ja nicht die ganze Nacht die Klimaanlage laufen haben. Für die Heimreise wird es reichen.
Duschen und packen ist schnell erledigt. Wir wollen dem Frühstücksbuffet eine Chance geben. Wir nehmen unser Reisegepäck mit zum Auto und wenden uns zum Restaurant. Der Rest der Herde ist auch schon dorthin unterwegs. Im Restaurant dann Volk und Lärm, wie erwartet. In einer geschmeidigen Kurve verlassen wir die Zone eilig wieder. Wir holen unsere Rucksäcke aus dem Zimmer und checken aus. Am Empfang lassen wir die bunten Armbändchen abschneiden. Freiheit! Draussen pumpt ein Tanklastwagen die Fäkaliengrube aus. Der Geruch passt perfekt zum Eindruck, mit dem wir dieses Etablissement verlassen.
Die Sonne steht freundlich am Himmel und es ist angenehm warm. Die Strandpromenade ist am Vormittag spärlich besucht. Mühelos finden wir einen schattigen Parkplatz und kehren in ein Restaurant ein, das unter anderem mit Brunch prahlt. Wir lassen uns zwei labrige Trutensandwich servieren und geniessen die verhältnismässige Stille sowie den Blick aufs Meer.

Wir haben noch viel Zeit. Bei einem Spaziergang am Ufer entlang entdecken wir den einen oder anderen beschaulichen Flecken. Der Strand beispielsweise ist ganz nett, wenn auch das Wasser einen Ansatz von Algenbefall zeigt und nicht gerade zum Baden einlädt. In einer Lounge setzen wir uns nochmal hin und lassen die letzte Stunde unseres Urlaubs ausklingen.

Dann Aufbruch. 40 Minuten dauert die Fahrt über Land. Der Weg zur Mietwagenstation ist etwas kompliziert, zuerst von der Schnellstrasse herunter, über eine Brücke, auf der anderen Seite wieder auf die Schnellstrasse und die übernächste Abfahrt raus. Laut Vertrag sollten wir den Wagen bis um 12 Uhr zurückgeben. Um 11:58 Uhr stehen wir auf dem Parkfeld und machen den Motor aus. Die Abgabe erfolgt zügig und ohne Beanstandung. Yasas Sandero, vielen Dank für die treue Begleitung in den letzten 4 Wochen und die zuverlässig abgespulten 2500 km.
Der Rückflug erfolgt unspektakulär. Die Wartezeiten am Flughafen halten sich im Rahmen. Wir landen nach 2.5 Stunden Flugzeit pünktlich in Zürich. Das Gepäck wird schnell ausgeliefert und ehe wir es uns versehen, stehen wir vor dem Terminal.

Uber schickt uns ein Tesla Model X samt Schofför für eine feudale Heimfahrt und nach einer weiteren Stunde schliessen wir unsere Wohnungstüre auf.

Unsere Taschen sind schnell ausgepackt. Die Waschmaschine kriegt zu tun, ebenso die Dusche. Von unserem Balkon aus beobachten wir zahlreiche Heissluftballons am Himmel. Es ist das Teilnehmerfeld der Weltmeisterschaft im Heissluftballonfahren, die im Nachbarort ausgetragen wird.

Seit dem Trutensandwich haben wir nichts Richtiges gegessen, aber dieses Problem kann eines unserer Dorfrestaurants lösen. Als wir in mein Auto steigen stelle ich fest, dass ich meine Handyhalterung im Sandero vergessen hatte. Siga Siga, das hilft jetzt auch nichts mehr. Zwei Cordon Bleu später sind wir endgültig in der Schweiz angekommen.
Wir sind mit dem Vorsatz, keinen Plan zu haben, nach Griechenland gereist. Ich denke, das ist uns gut gelungen. Natürlich hatten wir im Vorfeld eine grobe Vorstellung, wo uns die Reise überall hinführen soll. Es war auch kein Zufall, dass wir das Land im Uhrzeigersinn bereist haben. Nur der jeweilige Ort und der Buchungszeitraum für die Unterkünfte war völlig offen.
Auch die Jahreszeit war aus unserer Sicht gut gewählt. In der Vorsaison ist das Angebot üppig und oft profitiert man bei kurzfristiger Buchung von Preisvorteilen. Abgesehen davon erlebt man dann das Land viel authentischer, da man in der Regel nur Einheimische antrifft. Es ist alles entspannter, vom Autofahren, über den Tavernenbesuch bis hin zur Besichtigung von Sehenswürdigkeiten. Wir glauben auch, dass die Bevölkerung im Frühjahr noch nicht müde vom Massentourismus ist und dadurch geduldiger und freundlicher mit uns Umstandskrämern umgeht. Ausserdem ist dann die Landschaft noch erfrischend grün und lebendig. Auch wenn es gelegentlich regnet und vor allem der kühle Wind einen an so manchen Abenden nach drinnen scheucht, so glauben wir, damit den besten Kompromiss gefunden zu haben. Und zwei Badetage waren schliesslich auch noch mit dabei, obwohl wir diese definitiv nicht geplant hatten.
Damit endet die Blogschreiberei für dieses Jahr. Ein bisschen Urlaub bleibt uns noch, aber darüber wird nicht Protokoll geführt. Jedenfalls nicht öffentlich. Vielen Dank für das treue Mitlesen und die gelegentlichen Kommentare. Geniesst den Sommer, wir sehen uns.