Griechenland 2026,  Reisen

Tag 15 – Messenien

Mitteilung von unserer nächsten Unterkunft: der Whirlpool sei ausser Betrieb, ob wir weiterhin an unserer Buchung festhalten wollen oder nicht. Wenn das unsere grössten Probleme sind, haben wir glaub ich alles richtig gemacht. Wir erhalten einen kleinen Rabatt auf die Buchung und gut ist.

Die Nässe auf den Strassen zeugt von ersten Regengüssen in der Nacht. Es ist aber immer noch vertretbar warm und windstill, so dass ein spärliches Frühstück auf dem Balkon stattfinden kann. Zuvor widmen wir uns dem Pack-Ritual. Um Punkt 11 Uhr ziehen wir die Tür zu unserer Suite zu. Die Griechen werden eines Tages ihre Uhren nach unseren Check-Out-Zeiten richten.

Wir verlassen Kalamata nach Westen. Zuerst am chilligen Sandstrand vorbei, dann Richtung Flughafen, der die Stadtgrenze bildet. Von da an geht es in südwestliche Richtung in die Hügel Messeniens hinein.

Hier befindet sich das Haupt-Anbaugebiet für die berühmten Kalamata-Oliven und es ist auf unserer Fahrt in der Tat der eine oder andere Olivenbaum zu sehen.

Noch ist das Wetter trocken, sonnig und warm. Unsere heutige Route führt, mit Umwegen, gezielt an ein paar Sehenswürdigkeiten entlang. Die erste betrifft die Wasserfälle von Polylimnio. Vom Parkplatz aus führt ein steiler Spazierweg in den dichten Wald hinein. Glasklares Wasser rutscht über ein paar Felsen in ein kleines Becken. Hübsch anzusehen, aber nicht die Hauptattraktion.

Ein mooriger Pfad führt dem Bach entlang zu einem der Beschreibung nach grösseren Becken. Wir sind aber für so eine Wanderung nicht ausgerüstet und brechen diesen Teil der Besichtigung ab. Allerdings führt laut Karte eine Naturstrasse zu einem anderen Platz, der ebenfalls mit «Polylimnio Waterfalls» angeschrieben ist, und dafür sind wir mit unserer motorisierten Bergziege a.k.a. Rambodero sehr wohl ausgerüstet.

Die Route führt über Stock und Stein zu einem etwas höher gelegenen Abschnitt des Bachs. Wir stellen unser tapferes Gefährt dicht an der steil abfallenden Böschung ab. Ein schmaler Trampelpfad führt durch dichte Vegetation ins Tal hinab, bis eine rostige Treppe auf einen Felsen mitten im Bachlauf mündet. Endstation.

Wir versuchen eine weitere Stelle flussaufwärts. Der Schotterweg endet hier in einem Wendeplatz. Hier gibt es ein weiteres Becken, das offensichtlich im Sommer auch zum Baden genutzt wird. Sonst gibt es hier keine spektakulären Wasserfälle zu besichtigen, wie Fotos aus dem Internet Glauben machen. Und so haken wir diesen Teil der Reise ab.

Wir fahren ein kleines Stück aus den Hügeln wieder zurück Richtung Kalamata und biegen auf die Küstenstrasse im Osten der Halbinsel ab. Uns ist nach einer gemütlichen Fahrt mit Aussicht und einem verspäteten Mittagessen am Meer. Eine kleine Taverne am Ende einer rumpeligen Strasse wird als Geheimtipp unter den Einheimischen gehandelt. Leider ist auch geheim, dass es geschlossen ist, wie wir vor Ort feststellen müssen.

Der Not verpflichtet kehren wir in einer touristisch anmutenden Taverne im Örtchen Agios Andreas ein. Wir werden von den Kindern des Hauses bedient. Die Erwachsenen in der Küche lassen uns, gemessen an den wenigen Gästen, lange warten. Die Qualität der Speisen ist dann auch nicht überragend und so geht das Trinkgeld in klimpernden Münzen direkt in die fleissigen Kinderhände.

Next Stop, Koroni mit seiner Festung am südöstlichen Zipfel Messeniens. Die Gegend zeugt anhand des Baustils von ihren wechselnden Besatzern, die mal osmanisch, mal venezianisch waren. An der langen Strandpromenade sind die zahlreichen Bars und Restaurants wegen des Maifeiertags gut besucht, wobei wir touristischen Besatzer ganz klar in der Minderheit sind.

Ein letztes Mal bezwingen wir für den heutigen Tag einen reich bewachsenen, mediterranen Hügel. Unser Ziel heisst Finikounta. Die Hauptstrasse führt mitten durch einen durchschnittenen Hügel, auf dem unsere Behausung liegt. Hier wohnt unsere Gastgeberfamilie in einem modernen Neubau. Wir erhalten den Schlüssel zur Attikawohnung. Hier scheinen noch nicht sehr viele Besucher genächtigt zu haben, alles macht einen neuen, unbenutzten Eindruck.

Von der Dachterrasse hat man einen fantastischen Rundumblick. Wer sieht das Kaninchen? Ach, wäre das schön, jetzt in den Whirlpool zu springen, der mit fest verzurrtem Deckel in der Ecke steht…

Draussen setzt der angekündigte Regen ein. Reste von Schweinerippchen und Krautsalat bilden unser zNacht. Wir machen uns Dank mitgebrachtem USB-Stick einen gemütlichen Filmeabend und beschliessen so einen weiteren, eindrucksvollen Urlaubstag.

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