Tag 17 – Methoni
Unverhofft erwartet uns ein warmer, windstiller, sommerlicher Tag, als wir am Morgen die Storen hochfahren. Die Gartenstühle lagen bislang zusammengeklappt unter dem Fernseher und wir hatten nicht damit gerechnet, sie noch in Gebrauch nehmen zu können. Schon bald ist unser zMorge-Plätzli auf der Terrasse eingerichtet und wir bei Sonnenschein sowie fantastischem Meer- und Kaninchenblick am Frühstücken. Untermalt vom Brummen der Autos und Motorräder, die unter uns durchzischen. Und dem Krach von zwei Motorsensen, die in der Nachbarschaft um die Wette röhren.

Beim grossen Abwasch entwerfen wir unseren Schlachtplan für den heutigen Tag. Ab 15 Uhr wird kräftiger Wind von Westen erwartet. Wir gehen also zuerst auf grosse Exkursion und suchen uns danach ein hübsches, windgeschütztes Plätzchen. Also fast wie beim Segeln, und um den Ankertrunk-Ersatz werden wir uns auch noch kümmern.
15 Minuten entfernt liegt Methoni. Der Ort selbst ist ganz hübsch. Die eigentliche Attraktion ist aber die Festung, die auf einer grossen Landzunge ins Meer ragt und die frühere Hafenstadt Methoni beherbergte.

Im Altertum gegründet von den Spartanern, entwickelte sich Methoni zu einem blühenden, wohlhabenden Handelsplatz. Wie immer war mal wieder die «richtige» Religion Grund für Kriege. Byzantiner, Osmanen und Venezier gaben sich mehr oder weniger unfreiwillig die Klinke in die Hand. Es waren die Venezier, die sie um 1200 herum zu einer Festung ausbauten und 1825 die Franzosen, die nach der Eroberung sämtliche Gebäude aus Hygienegründen bis auf die Grundmauern schleifen liessen.
So gibt es heute nur noch die Festungsmauern, die Tore, ein paar restaurierte Gebäudereste und den Hafenturm zu bestaunen. Im Prinzip ist es eine riesige Wiese auf einem langen Felsen, der von einer massiven Mauer sowie an drei Seiten von Wasser umgeben ist. Ein paar Impressionen:



Weiterfahrt nach Pylos, einer etwas grösseren Hafenstadt. Der starke Westwind ist hier schon vor der angekündigten Zeit ziemlich kräftig am Wirken. Im Hafenbecken wüten junge Skipper mit ihren Optimisten um Bojen herum.

Wir umrunden den Platz vor der Marina. Hier gibt es eine Taverne nach der anderen und jede ist gut besetzt. Wir haben die Wahl zwischen einem Tisch inmitten einer windgeschützten, aber lauten Terrasse mit Blick auf den Nachbartisch – oder Flucht.
Leichte Entscheidung. Wäre unser Mietwagen ein Pferd, es hätte sich laut wiehernd aufgebäumt und wäre mit uns im Gepäck unter wildem Galopp aus der City gestürmt. Ruuuhig, Grüner! A propos grün: auch hier ist die Gegend von üppiger Vegetation bewachsen.

Unsere aktuelle Heimat Finikounta liegt gut versteckt hinter einer kleinen Ausbuchtung und ist dadurch vor Westwinden optimal abgedeckt. Die Crêperie von gestern hat auch diesmal einen Platz direkt am Strand frei. Die teuren Piña Colada vermögen allerdings nicht ganz zu überzeugen.

Irgendwann wird auch hier der Wind stärker und wir verholen in die Taverne To Karavi gleich nebenan. Zeltwände an den Seiten schaffen ein gemütliches Plätzchen an der Wasserfront.
Es ist kurz nach 15 Uhr. Wir sind die einzigen Gäste und werden von der ganzen Familie dieses Betriebs umsorgt und verwöhnt. Wir dürfen ein verspätetes zMittag in grosszügigen Etappen geniessen. Siga Siga! Zuerst die beiden Ouzo mit Tsatziki und Brot. Dann eine mittelgrosse, gegrillte Rotbarbe und zum Schluss ein leckeres Lamm Stifato, einem traditionellen Schmorgericht.

Über zwei Stunden lang geniessen wir so den griechischen Traum, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Wir legen wieder einen Filmabend ein und kredenzen uns dazu Baklava aus dem örtlichen Supermarkt, bevor auch dieser Tag gemütlich zu Ende geht.