Griechenland 2026,  Reisen

Tag 23 – Meteora

Punkt 11 Uhr. Auch bei dieser Hausabgabe bleiben wir unserem Ritual treu. Es ist bewölkt und kühl, als wir losfahren. Google hat eine fantastische Idee und schickt uns über eine kurvenreiche Schotterstrasse in Richtung unseres nächsten Etappenziels. Darin eingeschlossen die Durchquerung einer Ziegenherde samt kläffender Hirtenhunde. Wir werden allerdings auch mit einem schönen letzten Blick über den Pamvotida-See belohnt.

Irgendwann geht die Strasse in eine asphaltierte, aber immer noch sehr kurvenreiche Bergstrecke über. Dann fährt man plötzlich auf der Autobahn, nur um nach ein paar Kilometern wieder auf kurvenreicher Fahrbahn unterwegs zu sein. So geht das zwei Stunden lang, bis wir in der Ferne die Sandsteinfelsen von Meteora erblicken. Etappe 1 geschafft.

Nun, beinahe. Die Hauptattraktion liegt ja auf den Felsen oben drauf. Es geht kurvenreich zwischen denselben hindurch und nach oben. «Megálo Metéoro» – «Grosser Megalon» heisst unser erstes Ziel. Es ist ein Kloster, welches Mitte der 13hunderter von byzantinischen Mönchen gebaut wurde, um vor Angreifern geschützt zu sein. Von ihnen stammt der Name Meteora –  «die in der Luft Schwebenden».

Schon weit davor sind Autos am Strassenrand geparkt. Wir stellen unser Glück auf die Probe und fahren an der Blechkette vorbei. Intuitiv schnappen wir uns eine Lücke, in die unser Froschdero grade so reinpasst. Selbstverständlich unter Anwendung der Warnblinkanlage. Es stellt sich heraus, dass dies der am Nächsten zum Eingang gelegene, freie Platz gewesen ist. In der Zwischenzeit herrscht wieder sonniges Wetter, allerdings begleitet von einem kühlen Wind

Über zahlreiche Treppen, zuerst hinunter, danach wieder hoch, kommt man in einen felsigen Tunnel. Dann weitere Treppen bis hoch zum Eingang wo wir das Eintrittsgeld spenden. Die Hausregeln verlangen, dass Frauen lange Röcke tragen müssen. In einem Korb liegen dafür blumige Pareos bereit, von denen Lydia sich einen um die Hüfte schlingt.

Die Anlage ist nett gestaltet. Nichts Überragendes, die Hauptattraktion ist der Blick von der Terrasse über die anderen Sandsteinfelsen mit ihren Klöstern obendrauf. Die hauseigene Kirche ist, wie hier üblich, mit Heiligenbildern bemalt. Dann gibt es noch eine Ausstellung mit alten Büchern, Gewändern und Segenskreuzen.

Bald haben wir den Rundgang beendet und kehren zu unserem Auto zurück. Unterwegs fordert eine Katze noch ihre Streicheleinheiten ein.

Die Panoramastraße führt im Halbkreis um die Sandsteinfelsen herum. Etwa in der Mitte gibt es einen Aussichtspunkt, von dem man einen kompletten Überblick über die Szenerie hat.

Wir vollenden den Halbkreis bis zum letzten Kloster, betreten aber keines mehr davon. Ich denke, hat man eines gesehen, hat man alle gesehen.

Viel drängender ist die Frage nach unserem leiblichen Wohl. Unten im Dorf Kalabaka lädt die Touri-Taverne Polyzou mit ihrer Terrasse nochmal zu einem Blick auf die Sandsteinfelsen und in ihre Speisekarte ein. Es gibt Lammkleftiko, einer stundenlang im Pergamentpapier geschmorten Lammhaxe, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Gut gefüttert nehmen wir den restlichen Weg unter die Räder. Unseren Vermieter schreiben wir sicherheitshalber an, dass wir in etwa zwei Stunden eintrudeln werden. Wieder wechseln sich Landstrasse und Autobahn ab. Bei der Stadt Volos glitzert uns eine hübsche blaue Wasserfläche entgegen. Von hier aus schlängelt sich eine Küstenstrasse am Pagasitischen Golf entlang, hin zu unserem Ziel Kato Gatzea auf der Halbinsel Pilion.

Eine rumpelige Betonstrasse führt zum Schluss für einen halben Kilometer durch einen Olivenhain. Dann steil hinunter zu einem kleinen Parkplätzchen, wo unser Vermieter uns in Empfang nimmt.

Der Arme ist ein wenig in Stress geraten, weil er nicht damit gerechnet hatte, daß jemand so kurzfristig seine Villa anmietet. Wir sind die ersten Mieter in dieser Saison. Das Haus hat er bezugsbereit gekriegt, aber draussen sind noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, wie Sonnensegel spannen, Grillzubehör auffüllen oder Spülmaschinen-Tabs besorgen. Eine der  Toiletten hat einen Defekt, der aber bald behoben ist und er beschafft uns noch den Begrüssungswein.

Für uns passt alles. Das Haus ist ein mediterraner Traum und der Ausblick über den Golf atemberaubend. Roomtour folgt, versprochen.

Ausserdem passt hier auch das Wetter. Zwar kriegen wir heute Abend noch ein paar Regentropfen ab, aber ab morgen herrscht hier Sommer. Auch versprochen.

Nach dem feudalen Mittagessen bei Meteora begnügen wir uns mit einem kalten zNacht auf dem überdachten Balkon. Die Reise war anstrengend und wir gehen dementsprechend früh in die Heia. Wie eigentlich jeden Abend.

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