Tag 13 – Bye-bye Mani
Mit einem bisschen Wehmut begrüssen wir heute erneut einen stahlblauen Himmel mit Morgensonne, der uns durch das Schlafzimmerfenster nach draussen lockt.

Heute ist Weiterreisetag. Noch einmal geniessen wir die Terrasse für ein Frühstück. Danach ist Abwasch angesagt, Aufräumen, Gepäck zusammenstellen, Auto beladen, Abfahrt.

Unsere Route führt in nördliche Richtung an der Westküste der Halbinsel Mani entlang. Es ist wie eine Fahrt durch einen riesigen Garten mit Sicht auf’s Meer und gelegentlichem Unterbruch durch das eine oder andere hübsche, steinerne Dörfchen.


Nach 90 Minuten erblicken wir unser nächstes Ziel, die Stadt Kalamata, wo auch der Übergang in den nächsten Finger des Peloponnes beginnt, der Halbinsel Messenien.

Unsere Unterkunft fällt diesmal aus Budgetgründen weniger feudal aus. «Kedl Junior Suites» heisst das kleine, hotelartige Gebäude in der Nähe des Yachthafens, in dem wir eine Suite gemietet haben. In Sachen Aussicht, Ruhe und Platz kann es sich nur schwer mit der Villa Aurora auf Mani messen. Soll es auch nicht, denn schliesslich möchten wir Kalamata erleben.
Auch hier herrscht Self-Check-In. Wir sind viel zu früh, probieren aber trotzdem die uns übermittelten Codes aus. Siehe da, die Türe öffnet sich. Mitten im Raum steht ein verwaister Wischmopp mit einem Eimer Wasser. Yep, wir sind noch zu früh.
Ein kleiner Ausflug soll dieses Manko beheben. Die Stadt macht allgemein, für griechische Verhältnisse, einen sehr intakten und sauberen Eindruck. Am zentralen King George Platz mausert sich dieses Bild zur Superlative. Das Publikum ist dominiert von jungen Einheimischen. Touristen sind kaum zu sehen. Wir setzen uns draussen ins «Platea», bestellen einen Snack und beobachten das Treiben.


Nächster Check-In-Versuch im Kedl. Dieses Mal funktioniert das elektrische Schloss nicht mehr. Der gleiche Code passt aber zum Schlüsselsafe neben der Tür, und mit dem dort enthaltenen Schlüssel klappt der Zugang zu unserer Suite. Unten befinden sich Bad, Sitzecke und Kitchenette, oben das Schlafzimmer. Vom Balkon aus haben wir Blick auf die lärmige Strasse und eine kleine Ecke vom Meer. Die Roomtour sparen wir uns für heute.

Nach einer ausgedehnten Siesta, wo ich auch wieder ein bisschen Blog Schreiben aufholen kann, ziehen wir uns an und machen uns auf die spannende Suche nach einem Tempel der kulinarischen Genüsse.
Wir spazieren am Yachthafen entlang. Die hier liegenden Boote entsprechen eher unserer Kragenweite. Da wir auf Mani viele hübsche Buchten gesehen und nach ihrer Ankerfähigkeit beurteilt haben, suchen unsere Stielaugen nach Hinweisen auf Charteryachten. Laut Internet soll es hier zwei Charterbasen geben. Gesehen haben wir nichts davon. Dafür Katzen, die auf luxuriösen Yachten herumspazieren.


Das Restaurant Aphràlato befindet sich in einer kleinen Seitenstrasse, gleich gegenüber vom zweiten Hafenbecken. Wir machen es uns an einem Aussentisch gemütlich. Serviert werden stundenlang geschmorte Schweinerippchen an einer leckeren Honigsauce. Selbstverständlich sind auch hier die Portionen so gross, dass unsere mobilen Essensvorräte wieder einmal reichhaltig aufgestockt werden können.

Wir kommen mit unserer Tischnachbarin ins Gespräch. Sie arbeitete schon ihr ganzes Leben lang als Crew auf Privatyachten. Aktuell macht sie Bordwache auf «ihrem» 30-Meter-Schifflein, bis die Eignerin sich wieder per Privatjet für den nächsten Törn herbequemt. Wir erfahren Einiges über dieses ungewöhnliche Leben und kommen zur Einsicht, dass man wenige persönliche Ansprüche haben darf, um die Vorteile dieses Jobs richtig geniessen zu können.
Es bleibt bis spät in die Nacht angenehm warm. Gemütlich spazieren wir den gleichen Weg zurück zum Kedl. Der Lärm auf der Strasse ist auch weniger geworden, so dass wir uns auf eine ruhige Nacht freuen können.