Griechenland 2026,  Reisen

Tag 4 – Tolo

Wir fahren die Storen hoch und werden einmal mehr von einem wunderschönen sonnigen Morgen begrüßt. Es ist schon jetzt heiß auf der Terrasse, so dass wir kurzärmlig draussen frühstücken und noch einmal den fantastischen Blick auf die Akropolis geniessen können.

Danach stellen wir unser Gepäck zusammen, denn heute ist Abreisetag. Wir bestellen ein Taxi und verlassen das Studio um Punkt 11 Uhr. Der Verkehr in Athen ist dicht und wir kommen nur langsam voran. Siga Siga, wir haben keine Eile.

Gegen halb 12 Uhr lädt uns das Taxi vor der Automietstation von Avance Cars ab. Vorsaison sei Dank sind wir dort die einzigen Kunden. Nach Erledigung des Papierkrams erhalten wir die Schlüssel zu unserem Wagen, einem grünen Dacia Sandero Stepway, in die Hand gedrückt. Ich nehme noch ein Beweisvideo auf, denn die Karre hat rundherum schon ein paar deutliche Gehörschäden erlitten.

Unser Gepäck ist schnell verstaut und die Handyhalterung angebracht. Wir reihen uns in den Verkehr ein und verlassen Athen in Richtung Westen. Auf den grossen Ausfallstrassen gibt es keinen Stau und schon bald sind wir auf der wenig befahrenen Autobahn unterwegs. An den Zahlstellen kann ganz einfach per Handy bezahlt werden.

Am Isthmus von Korinth verlassen wir die Autobahn und machen einen Abstecher zum gleichnamigen Kanal.

Erbaut Ende des 19. Jahrhunderts trennt diese tief in den Felsen eingegrabene Schifffahrtsstrasse die Halbinsel Peloponnes vom griechischen Festland ab und reduziert die Reise von der Ägäis in den Golf von Korinth um bis zu 375 Seemeilen. Ich könnte das jetzt in Kilometer umrechnen, aber das wäre schon Korinthenkackerei.

Für den Bezug unserer nächsten Unterkunft sind wir noch zu früh unterwegs. Also wagen wir einen Abstecher nach Alt-Korinth in den Bergen, wo uns in der Taverne Marinero ein paar leckere Meze sowie ein toller Blick über den Golf geboten wird.

Danach quälen wir unsere Dacia weiter den Berg hoch, zur Festung Akrokorinth. (Wir erinnern uns: «Akrò» heisst «hoch»). Uns geht es nur um den Ausblick, denn die Festung hat bereits ihre Touri-Zugänge für heute geschlossen. Herrlich, wie grün und blumenreich das Gebiet zu dieser Jahreszeit ist!

Eine weitere Autostunde auf kaum befahrenen Strassen vertieft diese Eindrücke. Ziegen weiden auf saftigen Wiesen und überall tragen Büsche und Bäume ihre farbigen Blüten zur Schau.

Im Touristenörtchen Tolo beziehen wir dann unsere Behausung für die kommenden 2 Nächte. Die kleine Wohnung bietet einen herrlichen Blick auf die Bucht. Nur leider gibt es keine Abendsonne und der frische Wind lädt nicht unbedingt zum angenehmen Chillen auf dem Balkon ein. Ausserdem wollen wir den Bauarbeiter im Garten unter uns nicht stören, der beim Mörtel Anrühren und Hohlbausteine Schichten laute griechische Volksmusik aus seinem Radio nachsingt.

Wir erkunden den Strand und das Dorf zu Fuss. Es ist sehr wenig Publikum unterwegs. Ein paar Verwegene baden im Meer. Eine kurze Fingerprobe überzeugt uns davon, dass wir die Badekleidung getrost im Gepäck lassen können.

Ein kleines, feines Fischtavernchen namens Mourmourakis erregt mit seiner Terrasse direkt am Strand unsere Aufmerksamkeit. Das Wirtepaar empfängt uns sehr herzlich. Noch sind wir die einzigen Gäste. Man präsentiert uns den Fang des Tages und wir entscheiden uns für einen dicken Red Snapper. So geniessen wir den Abend vor maritimer Kulisse bei Fisch und Wein. Es gibt weiss Gott härtere Schicksale.

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