Tag 7 – Regentag, Reisetag
Erwartungs- und vorhersagegemäss lauert hinter den zugezogenen Rollläden strammer Regen. Gemütlich stellen wir unser Reisegepäck zusammen und gönnen uns noch mal ein kleines Frühstück, bestehend aus Birchermüesli und Kaffee. Dann Kühlschrank räumen. Die Anzahl der Tüten mit Lebensmitteln ist bereits zu einer beeindruckenden Menge angewachsen. Das bedeutet mehrmals zwischen Haus und Sandero durch den Regen hin und her rennen. Aber es hat alles bequem im Kofferraum Platz.
Vor uns liegen 4,5 Stunden Fahrzeit. Unsere Planung geht auf, denn dafür haben wir den Regentag reserviert. Die Strecke führt noch mal durch Nafplio hindurch und auf der anderen Seite der Bucht Richtung Süden. Dies markiert auch den Übergang in den Zeigefinger des Peloponnes, der Halbinsel Lakonien. Die Strasse führt vollständig, auf halber Höhe, an der Küste entlang und bietet immer wieder, trotz strömenden Regen, schöne Ausblicke über das Meer bis zum Horizont.


Im Örtchen Leonidio legen wir auf halber Strecke einen Mittagshalt ein. Etwas ausserhalb des Zentrums finden wir das Restaurant Mouria. Wir sind wieder einmal die einzigen Gäste. Freie Platzwahl. Da es kalt ist, wählen wir einen Tisch neben dem Ofen, der gerade frisch eingefeuert wurde. Der anschließende Blick in die Karte offenbart, dass wir endlich einmal in einem traditionellen griechischen Restaurant gelandet sind. Wir bestellen Lammeintopf und Gyros.

Bald füllt sich der Laden zunehmend mit einheimischen Gästen. Hinter uns wird ein großer Tisch für eine Geburtstagsfeier belegt. Griechisches Palaver dominiert den Raum. Man kennt sich, es wird kreuz und quer geschwatzt und wir verfolgen fasziniert das Schauspiel. Das Essen ist lecker und belastet unser Budget nur geringfügig.

Unser Reiseziel heisst Neapoli Voion. Google schlägt uns eine Route über die Berge vor. Kein Vergleich mehr zur gut ausgebauten Strasse entlang der Küste. Eine Serpentine reiht sich an die Nächste und es geht gefühlt nur noch bergauf. Es ist grösstenteils neblig. Siga siga, aber wir wollen trotzdem irgendwann mal ankommen. Uns beschleicht das Gefühl, dass Google selbst keine Ahnung hat. Zum Trost gibt es immer wieder hübsche Flecken zu sehen.


Die Kilometer schmelzen dahin. Kontinuierlich führt die Strasse ins Tal. Die engen Kehren werden geringer. Der Regen lässt nach, aber der Wind weht stärker. Schliesslich erreichen wir Neapoli Voion. Eine steile, grob betonierte Strasse führt auf ein Plateau zur Villa Itis, unserem Zuhause für die nächsten Tage.
Ein Traumobjekt an einer Traumlage! Blick über das Meer bis zum Horizont. Die kleine Wohnung im Obergeschoss ist sehr geschmackvoll eingerichtet, sauber und gepflegt. Im Badezimmer steht ein gewaltiger Whirlpool. Der Kühlschrank ist gefüllt mit Trinkwasser sowie allerlei Frühstückzubehör und auf der Theke lockt ein leckerer Straciatella-Cake. An alles wurde gedacht, selbst an Filzpantoffeln, um auf dem kalten Steinboden keine Frostbeulen zu kriegen. Hier lässt es sich sehr feudal aushalten. Roomtour gefällig?
Nach zwei Stunden ist der Whirlpool gefüllt und wir ready, um uns von der langen Fahrt zu entspannen. Unser zNacht besteht danach aus gesammelten Resten aus diversen Tavernen. Während draußen der Wind tobt, kriechen wir früh in das luxuriöse Boxspring-Bett.