Griechenland 2026,  Reisen

Tag 8 – Steine gucken

Trotz des starken Windes haben wir eine sehr ruhige und erholsame Nacht verbracht. Es verspricht, ein sonniger Tag zu werden. Allerdings immer noch ein windiger und deshalb kühler Tag.

Hier herrscht der Meltemi, ein kräftiger Nordwind. An den hohen Bergen Lakoniens entsteht ein Düseneffekt, der sich an der Südspitze, dem Cap Malea, verstärkt und sich dann fächerförmig ausbreitet. Hier trifft auch die ägäische Strömung auf das ionische Meer. Das Ergebnis ist böiger, starker Wind und unruhige See. Die Umschiffung des Pennopoles ist an dieser Stelle kein Vergnügen und war eine weitere Motivation für den Kanalbau zu Korinth.

Für uns ist es Motivation, den Tag in der guten Stube zu verbringen. Wir nutzen die Gelegenheit, die Weiterreise und unsere nächste Unterkunft zu planen. Und natürlich für ein gemütliches Frühstück. Ausserdem bin ich mit dem Blog Schreiben arg in Verzug geraten. Dann drängt sich noch ein kleines Bündel Wäsche auf, eine Runde in der hauseigenen Waschmaschine zu drehen. Langeweile sparen wir uns für ein Andermal auf.

Wie versprochen herrscht am Nachmittag eitel Sonnenschein. Der Blick über den glitzernden Ozean ist schon sehr verlockend, vielleicht das Haus doch noch für ein Stündchen oder zwei zu verlassen. Nicht für einen Segeltörn, aber für einen kleinen Ausflug an die Küste. Wir verpacken uns sturmsicher und klettern in unsere grüne Teufelskiste.

Google kennt den kürzesten Weg. Auf einer unbefestigten Strasse. Übersät mit Schlaglöchern und grossen Steinen. Bei gefühlten 50 Grad Steigung. Danke, Google. Glücklicherweise ist unsere Quitscha  geländegängig und meistert die Aufgabe souverän. Bald erreichen wir die befestigte Strasse nach Süden.

Wie in den meisten Gegenden des Peloponnes herrscht auch hier sehr wenig Verkehr. Kurvenreich führt die Strasse durch üppiges Grün und bietet einen zauberhaften Blick über die Ägäis. Eine Herde Ziegen überquert gemütlich die Strasse. Siga siga.

‹Petrified Forrest› – ‹versteinerter Wald› heisst unser Ziel und liegt in einer kleinen Bucht am südlichsten Zipfel von Festland-Griechenland.

Vulkanische Aktivität liess die vormals bewaldete Gegend ins Meer absinken. Mineralien im Wasser, hauptsächlich Kalk, ersetzten über die Jahrmillionen die organische Struktur der Baumstämme. Tektonische Verschiebung hob das Plateau wieder aus dem Wasser. Voilà, versteinerte Baumstämme.

Auf dem Rückweg vermeiden wir den Rumpelpfad und nehmen den Umweg über das Dorf. Im örtlichen Supermarkt machen wir Halt. Der Komfort einer voll ausgestatteten Küche in unserer Behausung schreit förmlich nach Hausmanns bzw. -frauskost. Der Laden ist gut sortiert und es hat eine bediente Fleischtheke. Zwei mächtige Hähnchenschenkel werden für uns reingepackt. Rindshack wird vor unseren Augen mittels eines schönen Stücks von der Schulter fabriziert. Dazu etwas griechische Salami, Oliven verschiedene Gemüse, Gewürze sowie riesige Kartoffeln. Google Translate ist unser zuverlässiger Begleiter. Danke, Google.

Zum zNacht gibt es Hähnchenschenkel mit Mischgemüse vom Backblech. Während unser Menü im Ofen gart, nutzen wir die sonnige Terrasse für einen kurzen Apéro. Gut eingepackt, versteht sich, denn noch immer saust uns der Meltemi um die Ohren.

Mit unserem feinen zNacht, einem Glas Wein, gemütlichem Beine hochlegen und dem Beobachten des Sonnrnuntergangs beschliessen wir diesen schönen Tag in der warmen Stube.

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