Tag 9 – Monemvasia
Eigentlich sollte der Wind heute nachlassen, doch beim ersten Nase rausstrecken heute Morgen wird klar, dass da eher der Wunsch der Vater des Gedanken war. Dennoch, der Himmel ist stahlblau und wir werden den für heute geplanten Ausflug unbeirrt durchziehen.
Frühstück findet wieder in der Stube statt. Draussen herrscht reger Schiffsverkehr, den wir durch die Fenster beobachten können. Zwei grosse Frachtschiffe haben ihre Anker mitten in der Meerenge zwischen Neapoli und der Insel Elafonisos gesetzt. Heute ist Samstag und vermutlich warten sie so die Zeit ab, bis sie in einem umliegenden Hafen einlaufen dürfen.

Unser heutiges Ziel heißt Monemvasia, auch genannt das ‹Gibraltar des Ostens›. Es handelt sich dabei um ein befestigtes Städtchen auf einem vorgelagerten Felsen auf der Ostseite der Halbinsel Lakonien. Auf der Fahrt erfreuen wir uns wie immer leerer Strassen sowie beeindruckender Aussichten auf das Meer, die Klippen und die üppige Vegetation.
Dank der Vorsaison finden wir mühelos einen Platz auf der durch einen Damm und eine kleine Brücke mit dem Festland verbundenen Insel. Die Windböen sind stark, hohe Brecher prallen gegen den felsigen Strand und spritzen Gischt hoch.
Bis zum Städtchen ist es von hier aus ein viertelstündiger Spaziergang. Von weitem ist die Stadtmauer und die oben auf dem Felsen trohnende Festung zu erkennen. Auf dem Weg ist es fast windstill, weil die Strecke im Windschatten des Felsens liegt. Ein kleiner Tunnel in der Stadtmauer führt ins Innere.

Ein wahres Labyrinth von Strässchen und Gässchen führt um kleine steinerne Häuschen herum. Der Ort ist dominiert von Tavernen, Unterkünften und Souvenirläden. Monemvasia ist prinzipiell ein Freiluftmuseum und kaum bewohnt. Da die Stadt komplett autofrei ist, müssen alle Waren – von Lebensmitteln bis hin zu Baumaterialien – mühsam mit Eseln oder von Hand durch die schmalen Tore und Gassen transportiert werden.
Wir setzen uns auf die Terrasse einer Bar für eine kleine Trinkpause und bewundern das Panorama. Hier ist es einigermassen vor dem starken Wind geschützt, auch wenn sich immer wieder das Sonnensegel über unseren Köpfen aufbläht und die Bilder an der Wand bedrohlich umherklappern.

Danach Erkundungstour durch das Labyrinth. Der Besucherstrom ist mässig und es gibt viele Stellen, an denen wir ganz alleine unterwegs sind. Man darf vermuten, dass das nicht zu jeder Jahreszeit der Fall sein wird. Ein paar Impressionen:



Lydia bleibt im Dorf, während ich mir den Aufstieg auf die Festung leiste. Ich habe die Stufen nicht gezählt, aber es sind jedenfalls weniger als 999. Viel zu sehen, ausser verfallener sowie restaurierter Mauern, gibt es nicht. Ich bin nur für die Aussicht hochgeklettert und um euch, liebe Leser, dieses Foto zu bieten:

Gerne würden wir uns für einen Snack auf einer der wirklich hübsch gestalteten Terrassen der hiesigen Tavernen setzen, doch sie sind alle mehr oder weniger dem Wind ausgesetzt und dadurch nicht unbedingt gemütlich. Man kann auch drinnen sitzen, aber das gibt uns der Kopf nicht zu und so beschliessen wir, den Rückweg zum Parkplatz unter die Füsse zu nehmen.

Direkt am Parkplatz befindet sich die Taverne Anemi. Die Terrasse vor der wütenden See ist eingepackt in transparente Zeltplanen und ist so vor dem Wind geschützt. Warum in die Ferne schweifen? Man kredenzt uns einen Salat mit Lachsstreifen und Avocado sowie ein leckeres Moussaka, welches dem örtlichen Stil entsprechend mit einer Prise Zimt gewürzt ist.

Nach der Rückfahrt ist meine erste Amtshandlung, unsere überdimensionierte Badewanne mit Wasser zu füllen. In der Zwischenzeit bringen wir allerlei Zutaten für einen Sugo Bolognese in einem grossen Topf auf Betriebstemperatur. Während unser zNacht leise vor sich hinköchelt, machen wir Siesta und geben uns später der Entspannung im warmen Wasser hin.

Apéro und zNacht finden dann weniger überraschend drinnen statt. Das Meer und der Sonnenuntergang ist auch von hier aus hübsch anzusehen.

Bis zur Bettruhe gönne ich dem stark vernachlässigten Blog ein paar Zeilen. Das Hochladen von Fotos und Videos ist immer noch eine Herausforderung. Bei schlechter Internetabdeckung wittert mein Webhoster einen Angriff und sperrt die IP-Adresse. Hier ist das Internet aber sehr gut und so kann ich ein bisschen aufholen.
2 Kommentare
Mami
Kalte Ägäis… Habt Ihr auch den Pelzmntel dabei?
Patrick
Natürlich!