Reisen

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 19 – Arta

    Wo ist der Wind hin? Wo gestern noch Schaumkronen das Meer zierten, liegt heute eine spiegelglatte Fläche vor uns.

    In der Taverne nebenan wird das im Zimmerpreis inkludierte Frühstück serviert. Wir lernen dabei unsere Gastgeberin Georgia kennen, bei deren Willkommen die Sonne gleich ein zweites Mal aufgeht. Unter «Frühstück» versteht sie eine einschüchternde Menge an Tellern voller kalter, warmer, salziger und süsser Speisen. Dazu Brot, drei verschiedene Sorten Marmelade sowie Joghurt und Orangenfilets.

    Wir befinden uns in der Region Epirus, wo deren Hauptstadt Arta gleich in unserer Nachbarschaft liegt. Touristisch gesehen hat sie keine grosse Bedeutung. Dennoch gibt es ein paar historische Monumente zu bewundern. Außerdem soll sie eine lebendige Innenstadt haben, wovon wir uns mit eigenen Augen überzeugen möchten.

    Für uns beginnt das Highlight bereits mit der Fahrt über die Dämme und Zwischeninseln, wo man ständig irgendwie von Wasser umgeben ist.

    Knapp 30 Minuten später parken wir unseren grünen Lastzwerg bei der ersten Sehenswürdigkeit, der historischen Brücke von Arta über den Fluss Arachthos.

    Schon in der Antike gab es hier den einen oder anderen Übergang. Das uns vorliegende Exemplar wurde unter osmanischer Herrschaft Anfang der 1600er erbaut. Spannweite rund 140 Meter. Der Legende nach stürzte während des Baus jede Nacht der Arbeitsfortschritt eines Tages ein, bis der Baumeister seine Frau in einem der Fundamente eingemauert habe. Ich möchte gerne einmal die Meinung eines Statikers dazu hören. Gerne auch unverheiratet…

    Für den Besuch der Innenstadt empfiehlt es sich, sein Auto zu verholen. Die größte Herausforderung des Tages, so stellt sich heraus, ist, einen Parkplatz zu finden. Es gibt keine offiziellen Parkplätze. Hier werden die Autos entlang den Strassen abgestellt. Autos stehen förmlich Stossstange an Stossstange und es ist keine Lücke zu finden, in die unser Schrumpfdero zu passen scheint.

    Da! In einer Seitengasse, ein Unterbruch in der stehenden Auto-Polonäse. Ich glaube, ich habe zuletzt in der Fahrschule seitwärts eingeparkt. Und unsere rasende Couscous-Schüssel hat keinerlei Einparkhilfe. Hinter uns andere Autos, während ich versuche, das Manöver behutsam, ohne bleibenden Schaden, über die Bühne zu bringen. Ich ernte leicht genervte Blicke von vorbeifahrenden Lenkern, als wir die Strasse endlich freigeben. Siga Siga?!

    Etwas später fällt uns auf, dass hierzulande die Warnblinkanlage eingeschaltet wird, wenn man ein Parkmanöver vornimmt. Hier gehören Touristen nicht zum gewohnten Stadtbild und man darf hier deshalb keinen Idiotenbonus erwarten. Man lernt niemals aus.

    Vor uns liegt eine gepflegte Einkaufsstrasse. Alles ist ausschließlich griechisch angeschrieben. Eine englische Übersetzung sucht man vergeblich, es sei denn, es gehört zum Namen des Geschäfts. Das gilt auch für die zahlreichen Tavernen, die an allen möglichen Ecken und Plätzen zu finden sind. Die Menschen sind gepflegt, Bettler gibt es hier keine, bzw. können wir keine ausmachen. Irgendwie haben wir vergessen, Fotos zu machen. Ist halt nicht touristisch, ne? Vielleicht lag’s auch am Ouzo.

    Auf dem Weg zur Festung beschreiten wir die Fischgasse. Keine Ahnung, ob sie wirklich so heisst, aber hier reiht sich ein Fischgeschäft an das andere. Hier befindet sich auch die Markthalle, wo täglich frische Lebensmittel feil geboten werden. Leider beginnt hier gerade die Mittagsruhe, so dass wir uns nicht in Ruhe umschauen und verzaubern lassen können.

    Die Festung sieht aus, wie alle anderen Festungen aussehen. Hinein gehen wir nicht. Pflichtschuldig schiessen wir dieses eine Foto von aussen und gehen langsam wieder in Richtung unseres Autos zurück.

    Auf der Rückfahrt nach Koronisia fällt auf, das schon wieder Wellen gegen den Damm schlagen. Es herrscht wieder Westwind, der offenbar täglich um 15 Uhr herum auffrischt.

    Da die benachbarte Taverne in der Vorsaison um 18 Uhr schliesst, haben wir ein Rendezvous um 16 Uhr vereinbart. Der junge Wirt zeigt uns stolz seine Auswahl an Meeresgetier. Die Insel hat eine Fischereitradition, wer auf der Suche nach einem Steak ist, ist hier fehl am Platz. Wir entscheiden uns für eine Graue Meeräsche, einem lokalen Fisch. Wir hatten schon Bessere, aber er war ganz ok.

    Trotz des Windes ist es immer noch angenehm warm. Es ist ein schöner, sonniger später Nachmittag und wir entscheiden uns spontan für einen kleinen Spaziergang zu den südlichen Dämmen.

    Diese Dämme verbinden Koronisia mit zwei kleineren Inseln und erzeugen so eine Lagune. Unser Weg führt im Uhrzeigersinn um diese Lagune herum. Es ist wie ein langer Sandstrand, der beidseitig am Wasser liegt. Die Brandung kommt nur von aussen, also von unserer Laufrichtung aus gesehen von links.

    Auf der ersten Insel Ákra Korakónisa, dem «Kap der Rabeninseln», befindet sich der Friedhof von Koronisia und eine Kapelle. Von Raben weit und breit keine Spur. Dafür begrüssen wir am südlichen Ende, am Übergang zum nächsten Damm, ein älteres deutsches Paar, das sich hier mit seinem Camper häuslich eingerichtet hat. Bester Platz!

    Es sind auffällig viele Muscheln auf den Dämmen zu sehen. Tatsächlich besteht die oberste Schicht aus zerriebenem Muschelmaterial. Leider finden sich hier auch die unschönen Seiten der Zivilisation. Überall liegt Müll herum, und so wie es aussieht, wurde dieser nicht nur von der Brandung hergetragen.

    Der Damm geht in die zweite Insel Péra Nisí, der «Jenseitigen Insel», über. Mittlerweile hat sich unser kleiner Spaziergang in eine mittlere Wanderung verwandelt. Die Sonne steht tief und die Brandung wird immer stärker. Rechter Hand erhebt sich eine bedrohliche, erdige Klippe, von der eine abgebrochene Stelle den Strand verschüttet hat. Wir müssen klettern. Vielleicht hätten wir vorher unsere Ausgehklamotten durch etwas Praktischeres tauschen sollen.

    Weiter vorne geht der Strand komplett in die Klippe über. Ein Trampelpfad führt über einen grasigen Hügel hoch in, bzw. durch einen dichten Wald. Der Pfad ist gut ausgetreten und man kann ihm mühelos folgen. Gelegentlich schreitet man durch eine Spinnwebe oder muss sich an hohem Gestrüpp vorbeimogeln. Ein kleiner Aussichtspunkt bietet einen Blick von der Klippe hinunter in die aufgewühlte See.

    Schliesslich treten wir aus dem Wald heraus, wo der Weg in den westlichen Damm übergeht. Hier ist die Brandung am stärksten. Wie bereits erwähnt, herrscht hier in der Gegend vorwiegend Westwind. Der Weg macht keinen Spass, da hier am meisten Müll herumliegt.

    Nach zwei Stunden haben wir die Runde geschafft. Bei allen negativen Eindrücken ist sie auf jeden Fall erlebenswert. Wir würden sie allerdings nicht mehr am späten Nachmittag durchführen. Die Dusche tut heute ganz besonders gut.

    Obwohl wir noch einen Tag in Koronisia verbringen werden, widmen wir uns schon jetzt der weiteren Reiseplanung. Die Wetterprognosen wollen nicht so wie wir es für unsere beabsichtigte Route gerne hätten. Aber dieser Beitrag ist auch so schon lange genug, deswegen mache ich jetzt Schluss für heute. Schliesslich haben wir Urlaub.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 18 – Bye-bye Peloponnes

    Gefühlt bleiben wir immer länger im Bett liegen, bevor wir uns an die frische Luft trauen. Heute ist es draussen immer noch wunderschön sonnig, aber ein kühler Wind nötigt einem das Jäckchen auf, als wir eisern unser Frühstück auf der Terrasse einnehmen. Zum letzten Mal in dieser Gegend. Weil heute ist ein ganz grosser Abreisetag. Wir werden schweren Herzens den Peloponnes Richtung Norden verlassen. An uns liegt es nicht, aber die Ferienzeit ist begrenzt und Griechenland halt doch schon ziemlich gross und abwechslungsreich.

    Unsere Gastgeber verabschieden uns persönlich. Ihr Englisch ist etwas so gut wie unser Griechisch. Die totale Herzlichkeit. Unter Umarmungen wünschen Sie uns alles Gute für die Weiterfahrt.

    Laut Navi haben wir heute 5 Stunden Fahrt über 400 km griechisches Strassenmaterial zu bewältigen. Unser hochbeiniger Rumäne wird das schon packen. Der Tank ist dreiviertel voll, das Gepäck verladen und unser Gastgeber entfernt mit seinem Taschenmesser störende Steinchen aus dem Reifenprofil. Es kann also nichts mehr schiefgehen.

    Auf beinahe leeren Strassen geniessen wir einmal mehr die Fahrt durch die bunte Natur. Es heisst, dass der Peloponnes die schönste Region Griechenlands sei. Wir sind einmal gespannt, ob andere Regionen diese freche Behauptung einfach so widerspruchsfrei akzeptieren werden.

    Auf halber Strecke machen wir einen Abstecher nach Varda und von dort aus die romantische Strecke zum Meer. Dort finden wir 10 Minuten später die Strandbar / Taverne / Camper-Geheimlocation «Ionos Blue» an einem menschenleeren Traumstrand.

    Hier wird Fleisch vom Holzkohlegrill feilgeboten. Die Portionen sind einmal mehr griechisch üppig. Das Schweinekotelette nimmt fast die ganze Tischbreite ein und mit den Lammracks könnte man Tischtennis spielen. Offensichtlich machte die Fahrt hungrig, denn wir schaffen beide unsere Portionen. Es bleiben allerdings mehr Knochen und Fett übrig, als wir von zu Hause gewohnt sind.

    Weiterfahrt. Ein Grossteil der Strecke findet auf der Autobahn statt. Die Gebühren sind teuer. Am Ende der Reise werden wir 34 Euro an den Zahlstellen abgedrückt haben. Dafür ist das Fahrerlebnis einmalig; gelegentlich überholt man mal einen Lastwagen, ansonsten hat man beide Spuren über weite Strecken für sich ganz alleine.

    Bei Griechenlands drittgrösster Stadt Patras verbindet eine Schrägseilbrücke den Peloponnes mit Zentralgriechenland. Wir verlassen kurz vor dem Übergang die Autobahn, um dieses gigantische Bauwerk fotografisch sowie mit eigenen Augen festzuhalten. Die Gesamtlänge beträgt 2,8 km. Die Pylone sind bis zu 160m hoch und halten die Fahrbahn auf einer Höhe von bis zu 50m, damit der Schiffsverkehr von und zum Golf von Korinth ungehindert passieren kann.

    Seit 2004 ist die Brücke für den Strassenverkehr freigegeben. Davor konnte man die Meerenge nur per Fähre passieren, die heute immer noch verkehren. Zufälligerweise haben wir den Fährhafen für die Brücken-Fotosession angesteuert und beobachten nun, wie Autos von der Rampe eines anlegenden Fährschiffs herunterfahren, obwohl dieses noch am Manövrieren ist. Siga siga…

    Nach der Brückenüberquerung werden wir an der Mautstelle zur Kasse gebeten. Rund die Hälfte der heute bezahlten Gebühren werden hier fällig.

    Nach einer weiteren Stunde gemütlichen Dahinrasens verlassen wir die Autobahn bei der Stadt Arta. Unser Saufdero erweist sich bei Autobahnfahrt als gieriger Schluckspecht und wir sehen uns genötigt, ihm an der nächsten Tankstelle einen üppigen Drink in den beinahe leeren Tank zu kredenzen.

    Unser Fahrtziel ist die Insel Koronisia im Ambracischen Golf. Sie ist mit dem Festland durch eine Dammstrasse verbunden. Starker Wind wühlt die See auf. Wellen schlagen gegen den Damm  und es fühlt sich an, als würden wir mit unserem Autochen der hohen See trotzen. Nach gut 20 Minuten rollen wir vor unserer Unterkunft ein.

    Es sind sechs Studios, wovon derzeit vier vermietet sind. Wir bewohnen das Mittlere im Erdgeschoss, einem langen Schlauch mit Sofa, Bett, Kitchenette und Bad. Der Check-In ist unkompliziert – der Schlüssel steckt einfach in der Tür.

    Von dem vorgelagerten Terrässchen haben wir einen traumhaften Blick über Lagunen und dem Sonnenuntergang.

    Leider kommt der starke Wind aus der gleichen Richtung. Das Sitzen im Freien wird mit der Zeit ein wenig ungemütlich. Macht nichts, die lange Fahrt fordert eh schon ihren Tribut. Gross Hunger haben wir dank der heutigen Fleischorgie auch nicht mehr. So bestreiten wir mit unseren Vorräten ein kleines zNacht und legen uns früh schlafen. Morgen ist noch Zeit genug, die Schönheit dieser Region zu entdecken und zu feiern.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 17 – Methoni

    Unverhofft erwartet uns ein warmer, windstiller, sommerlicher Tag, als wir am Morgen die Storen hochfahren. Die Gartenstühle lagen bislang zusammengeklappt unter dem Fernseher und wir hatten nicht damit gerechnet, sie noch in Gebrauch nehmen zu können. Schon bald ist unser zMorge-Plätzli auf der Terrasse eingerichtet und wir bei Sonnenschein sowie fantastischem Meer- und Kaninchenblick am Frühstücken. Untermalt vom Brummen der Autos und Motorräder, die unter uns durchzischen. Und dem Krach von zwei Motorsensen, die in der Nachbarschaft um die Wette röhren.

    Beim grossen Abwasch entwerfen wir unseren Schlachtplan für den heutigen Tag. Ab 15 Uhr wird kräftiger Wind von Westen erwartet. Wir gehen also zuerst auf grosse Exkursion und suchen uns danach ein hübsches, windgeschütztes Plätzchen. Also fast wie beim Segeln, und um den Ankertrunk-Ersatz werden wir uns auch noch kümmern.

    15 Minuten entfernt liegt Methoni. Der Ort selbst ist ganz hübsch. Die eigentliche Attraktion ist aber die Festung, die auf einer grossen Landzunge ins Meer ragt und die frühere Hafenstadt Methoni beherbergte.

    Im Altertum gegründet von den Spartanern, entwickelte sich Methoni zu einem blühenden, wohlhabenden Handelsplatz. Wie immer war mal wieder die «richtige» Religion Grund für Kriege. Byzantiner, Osmanen und Venezier gaben sich mehr oder weniger unfreiwillig die Klinke in die Hand. Es waren die Venezier, die sie um 1200 herum zu einer Festung ausbauten und 1825 die Franzosen, die nach der Eroberung sämtliche Gebäude aus Hygienegründen bis auf die Grundmauern schleifen liessen.

    So gibt es heute nur noch die Festungsmauern, die Tore, ein paar restaurierte Gebäudereste und den Hafenturm zu bestaunen. Im Prinzip ist es eine riesige Wiese auf einem langen Felsen, der von einer massiven Mauer sowie an drei Seiten von Wasser umgeben ist. Ein paar Impressionen:

    Weiterfahrt nach Pylos, einer etwas grösseren Hafenstadt. Der starke Westwind ist hier schon vor der angekündigten Zeit ziemlich kräftig am Wirken. Im Hafenbecken wüten junge Skipper mit ihren Optimisten um Bojen herum.

    Wir umrunden den Platz vor der Marina. Hier gibt es eine Taverne nach der anderen und jede ist gut besetzt. Wir haben die Wahl zwischen einem Tisch inmitten einer windgeschützten, aber lauten Terrasse mit Blick auf den Nachbartisch – oder Flucht.

    Leichte Entscheidung. Wäre unser Mietwagen ein Pferd, es hätte sich laut wiehernd aufgebäumt und wäre mit uns im Gepäck unter wildem Galopp aus der City gestürmt. Ruuuhig, Grüner! A propos grün: auch hier ist die Gegend von üppiger Vegetation bewachsen.

    Unsere aktuelle Heimat Finikounta liegt gut versteckt hinter einer kleinen Ausbuchtung und ist dadurch vor Westwinden optimal abgedeckt. Die Crêperie von gestern hat auch diesmal einen Platz direkt am Strand frei. Die teuren Piña Colada vermögen allerdings nicht ganz zu überzeugen.

    Irgendwann wird auch hier der Wind stärker und wir verholen in die Taverne To Karavi gleich nebenan. Zeltwände an den Seiten schaffen ein gemütliches Plätzchen an der Wasserfront.

    Es ist kurz nach 15 Uhr. Wir sind die einzigen Gäste und werden von der ganzen Familie dieses Betriebs umsorgt und verwöhnt. Wir dürfen ein verspätetes zMittag in grosszügigen Etappen geniessen. Siga Siga! Zuerst die beiden Ouzo mit Tsatziki und Brot. Dann eine mittelgrosse, gegrillte Rotbarbe und zum Schluss ein leckeres Lamm Stifato, einem traditionellen Schmorgericht.

    Über zwei Stunden lang geniessen wir so den griechischen Traum, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Wir legen wieder einen Filmabend ein und kredenzen uns dazu Baklava aus dem örtlichen Supermarkt, bevor auch dieser Tag gemütlich zu Ende geht.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 16 – Finikounta

    Es regnet draussen und wir begrüssen die willkommene Ausrede, den Morgen ausgiebig im Bett zu verbringen, auf dem Handy herumzudrücken und den Blog weiterzuschreiben.

    So gegen 10 Uhr reissen die Wolken dann leider doch noch auf. Die Sonne kommt hervor und wir müssen wohl oder übel unseren Urlaub wieder mal draussen verbringen, trotz des Windes und der eher kühleren Temperaturen.

    Zum Glück hat es in Finikounta eine nette Strandpromenade. Ausserdem möchten wir das Sortiment des hiesigen Supermarktes begutachten und möglicherweise unsere Vorräte wieder aufstocken.

    Die Crêperie Almiro Gliko, zu deutsch «süss salzig» lockt mit bequemen Sesseln direkt am Strand und einem fantastischen Blick über die weite Bucht. Die Speisekarte bietet unter Anderem Meze in klein und gross an. Die freundliche Bedienung rät uns, nur eine kleine Meze zu bestellen. Die mache uns beide satt. Gesagt, getan, und wir können bestätigen, dass dieser Rat sehr realitätsnah ist.

    Am Himmel ziehen die ersten Regenwolken auf. Noch ist es sonnig und wir nutzen die Zeit für einen kleinen Spaziergang entlang der Strandpromenade. Aber der Wind frischt auf. Es liegt Regen in der Luft und wir erhalten die Gewissheit, dass das heutige Open-Air-Programm damit wohl beendet ist. Wir erledigen noch gemütlich unsere Einkäufe im Supermarkt und fahren dann in unsere Unterkunft.

    Hier bietet sich die Möglichkeit, im Regen Wäsche zu waschen. Wortwörtlich, denn die Waschmaschine ist draussen auf der Terrasse in einem Schrank untergebracht. Es fängt gerade an zu tröpfeln, als wir eine Charge laden und versuchen, anhand der griechischen Hieroglyphen das richtige Waschprogramm zu finden und in Gang zu kriegen.

    Den Rest des Tages verbringen wir gemütlich auf dem Sofa mit Reiseplanung und Blog schreiben, während draussen der Regen fällt und gelegentlich ein Blitz am Horizont zu sehen ist. Das Kaninchen hält aber tapfer die Ohren steif. Ein gutes Zeichen.

    Zwischendurch machen wir Apéro und später zum zNacht Spaghetti al Pesto mit etwas griechischem Rotwein. Unspektakulär geht der Tag zu Ende. Ist ja auch mal schön.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 15 – Messenien

    Mitteilung von unserer nächsten Unterkunft: der Whirlpool sei ausser Betrieb, ob wir weiterhin an unserer Buchung festhalten wollen oder nicht. Wenn das unsere grössten Probleme sind, haben wir glaub ich alles richtig gemacht. Wir erhalten einen kleinen Rabatt auf die Buchung und gut ist.

    Die Nässe auf den Strassen zeugt von ersten Regengüssen in der Nacht. Es ist aber immer noch vertretbar warm und windstill, so dass ein spärliches Frühstück auf dem Balkon stattfinden kann. Zuvor widmen wir uns dem Pack-Ritual. Um Punkt 11 Uhr ziehen wir die Tür zu unserer Suite zu. Die Griechen werden eines Tages ihre Uhren nach unseren Check-Out-Zeiten richten.

    Wir verlassen Kalamata nach Westen. Zuerst am chilligen Sandstrand vorbei, dann Richtung Flughafen, der die Stadtgrenze bildet. Von da an geht es in südwestliche Richtung in die Hügel Messeniens hinein.

    Hier befindet sich das Haupt-Anbaugebiet für die berühmten Kalamata-Oliven und es ist auf unserer Fahrt in der Tat der eine oder andere Olivenbaum zu sehen.

    Noch ist das Wetter trocken, sonnig und warm. Unsere heutige Route führt, mit Umwegen, gezielt an ein paar Sehenswürdigkeiten entlang. Die erste betrifft die Wasserfälle von Polylimnio. Vom Parkplatz aus führt ein steiler Spazierweg in den dichten Wald hinein. Glasklares Wasser rutscht über ein paar Felsen in ein kleines Becken. Hübsch anzusehen, aber nicht die Hauptattraktion.

    Ein mooriger Pfad führt dem Bach entlang zu einem der Beschreibung nach grösseren Becken. Wir sind aber für so eine Wanderung nicht ausgerüstet und brechen diesen Teil der Besichtigung ab. Allerdings führt laut Karte eine Naturstrasse zu einem anderen Platz, der ebenfalls mit «Polylimnio Waterfalls» angeschrieben ist, und dafür sind wir mit unserer motorisierten Bergziege a.k.a. Rambodero sehr wohl ausgerüstet.

    Die Route führt über Stock und Stein zu einem etwas höher gelegenen Abschnitt des Bachs. Wir stellen unser tapferes Gefährt dicht an der steil abfallenden Böschung ab. Ein schmaler Trampelpfad führt durch dichte Vegetation ins Tal hinab, bis eine rostige Treppe auf einen Felsen mitten im Bachlauf mündet. Endstation.

    Wir versuchen eine weitere Stelle flussaufwärts. Der Schotterweg endet hier in einem Wendeplatz. Hier gibt es ein weiteres Becken, das offensichtlich im Sommer auch zum Baden genutzt wird. Sonst gibt es hier keine spektakulären Wasserfälle zu besichtigen, wie Fotos aus dem Internet Glauben machen. Und so haken wir diesen Teil der Reise ab.

    Wir fahren ein kleines Stück aus den Hügeln wieder zurück Richtung Kalamata und biegen auf die Küstenstrasse im Osten der Halbinsel ab. Uns ist nach einer gemütlichen Fahrt mit Aussicht und einem verspäteten Mittagessen am Meer. Eine kleine Taverne am Ende einer rumpeligen Strasse wird als Geheimtipp unter den Einheimischen gehandelt. Leider ist auch geheim, dass es geschlossen ist, wie wir vor Ort feststellen müssen.

    Der Not verpflichtet kehren wir in einer touristisch anmutenden Taverne im Örtchen Agios Andreas ein. Wir werden von den Kindern des Hauses bedient. Die Erwachsenen in der Küche lassen uns, gemessen an den wenigen Gästen, lange warten. Die Qualität der Speisen ist dann auch nicht überragend und so geht das Trinkgeld in klimpernden Münzen direkt in die fleissigen Kinderhände.

    Next Stop, Koroni mit seiner Festung am südöstlichen Zipfel Messeniens. Die Gegend zeugt anhand des Baustils von ihren wechselnden Besatzern, die mal osmanisch, mal venezianisch waren. An der langen Strandpromenade sind die zahlreichen Bars und Restaurants wegen des Maifeiertags gut besucht, wobei wir touristischen Besatzer ganz klar in der Minderheit sind.

    Ein letztes Mal bezwingen wir für den heutigen Tag einen reich bewachsenen, mediterranen Hügel. Unser Ziel heisst Finikounta. Die Hauptstrasse führt mitten durch einen durchschnittenen Hügel, auf dem unsere Behausung liegt. Hier wohnt unsere Gastgeberfamilie in einem modernen Neubau. Wir erhalten den Schlüssel zur Attikawohnung. Hier scheinen noch nicht sehr viele Besucher genächtigt zu haben, alles macht einen neuen, unbenutzten Eindruck.

    Von der Dachterrasse hat man einen fantastischen Rundumblick. Wer sieht das Kaninchen? Ach, wäre das schön, jetzt in den Whirlpool zu springen, der mit fest verzurrtem Deckel in der Ecke steht…

    Draussen setzt der angekündigte Regen ein. Reste von Schweinerippchen und Krautsalat bilden unser zNacht. Wir machen uns Dank mitgebrachtem USB-Stick einen gemütlichen Filmeabend und beschliessen so einen weiteren, eindrucksvollen Urlaubstag.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 14 – Kalamata

    Prognosegerecht begrüsst uns ein bedeckter Himmel mit einem kühlen Wind von See her. Das perfekte Rezept um den Tag ein bisschen länger in der Horizontalen zu verbringen. Dazwischen kredenzen wir uns ein kleines Frühstück, das wir mit den begrenzten Mitteln in dieser Suite zubereiten und auf dem Balkon vor einer mittlerweile wieder  geräuschvolleren Kulisse zu uns nehmen.

    Wir nutzen aber diese Zeit, um unsere nächste Destination inklusive Unterkunft in Planung zu nehmen. Der 1. Mai steht vor der Tür und es scheint, dass das verlängerte Wochenende einen gewissen Einfluss auf die Verfügbarkeit von vernünftigen Behausungen hat. Ausserdem sind wieder Regen sowie kühlere Temperaturen angesagt, so dass der Komfort stärker im Vordergrund steht. Wir entscheiden uns für ein modernes Objekt mit Jacuzzi, welches preislich gerade noch knapp in unser Budget reinpasst.

    Es ist schon nach 12 Uhr, als sich die Sonne zeigt und wir uns auf einen kleinen Ausflug in die Altstadt von Kalamata begeben. Der Wind ist immer noch kräftig und kühl und so sind wir auch entsprechend warm gekleidet.

    Die Altstadt liegt gute 2 km vom Hafen entfernt. Die Sonne scheint prächtig von einem stahlblauen Himmel herab, und da genügend Häuser im Weg herumstehen, spielt der Wind hier auch keine Rolle mehr. Fazit: wir sind einmal mehr zu warm gekleidet.

    Wir wagen einen Blick in die «Kirche der Darstellung des Herrn». Im griechisch-orthodoxen Glauben ist nur die menschliche Stimme zum Gottesdienst zugelassen. Deshalb gibt es keine Orgel. Eine Wand mit Heiligenbildnissen – der Ikonostase – trennt das Kirchenschiff vom Altarraum. Gläubige zünden Kerzen an und verneigen sich vor den Ikonen. Es ist Verehrung, keine Anbetung, begründet durch die Menschwerdung des Wortes Gottes in Gestalt von Jesus Christus. Hier zum Nachlesen.

    Hinter der Kirche führt eine Gasse zum Burgfelsen. Der Eintritt kostet einen kleinen Obulus und ist das Erlebnis, abgesehen von der Aussicht über die Stadt, nicht wert.

    Wir schlendern noch ein bisschen durch die Gassen und finden in einer Bar namens Flirt! ein Plätzchen für einen Apéro. In dieser Ecke der Stadt konzentrieren sich Bars, Pizza- und Burgerläden für ein eher jüngeres Publikum. Wer hier auf der Suche nach Gault&Millau Sternen ist, liegt eindeutig falsch.

    Gleich im Anschluss reiht sich ein Modegeschäft an das andere. Dazwischen immer wieder mal eine kleine Bar oder Taverne. Die meisten Türen sind zu dieser Uhrzeit geschlossen. Ob es am Wochentag oder an der Saison liegt, können wir auf die Schnelle nicht feststellen. Dieser Bereich mündet schliesslich in den King George Platz, den wir schon von gestern kennen. Damit ist unser Ausflug beendet und wir kehren in unsere Suite für eine ausgedehnte Siesta zurück.

    Frisch geduscht und ausgehfertig gekleidet begeben wir uns in die Taverne To Limeni am Yachthafen. Die Terrasse ist gut vom Wind geschützt und die Temperaturen sind dadurch sehr angenehm. Man zeigt uns stolz den Fang des Tages in einer Kühlbox. Wir entscheiden uns für einen 1 Kg schweren Red Porgy, zu deutsch Seebrasse.

    So geniessen wir ein leckeres, mediterranes zNacht in der passenden, maritimen Umgebung, bevor wir in der Dunkelheit zu unserer Suite zurückspazieren. Gute Nacht.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 13 – Bye-bye Mani

    Mit einem bisschen Wehmut begrüssen wir heute erneut einen stahlblauen Himmel mit Morgensonne, der uns durch das Schlafzimmerfenster nach draussen lockt.

    Heute ist Weiterreisetag. Noch einmal geniessen wir die Terrasse für ein Frühstück. Danach ist Abwasch angesagt, Aufräumen, Gepäck zusammenstellen, Auto beladen, Abfahrt.

    Unsere Route führt in nördliche Richtung an der Westküste der Halbinsel Mani entlang. Es ist wie eine Fahrt durch einen riesigen Garten mit Sicht auf’s Meer und gelegentlichem Unterbruch durch das eine oder andere hübsche, steinerne Dörfchen.

    Nach 90 Minuten erblicken wir unser nächstes Ziel, die Stadt Kalamata, wo auch der Übergang in den nächsten Finger des Peloponnes beginnt, der Halbinsel Messenien.

    Unsere Unterkunft fällt diesmal aus Budgetgründen weniger feudal aus. «Kedl Junior Suites» heisst das kleine, hotelartige Gebäude in der Nähe des Yachthafens, in dem wir eine Suite gemietet haben. In Sachen Aussicht, Ruhe und Platz kann es sich nur schwer mit der Villa Aurora auf Mani messen. Soll es auch nicht, denn schliesslich möchten wir Kalamata erleben.

    Auch hier herrscht Self-Check-In. Wir sind viel zu früh, probieren aber trotzdem die uns übermittelten Codes aus. Siehe da, die Türe öffnet sich. Mitten im Raum steht ein verwaister Wischmopp mit einem Eimer Wasser. Yep, wir sind noch zu früh.

    Ein kleiner Ausflug soll dieses Manko beheben. Die Stadt macht allgemein, für griechische Verhältnisse, einen sehr intakten und sauberen Eindruck. Am zentralen King George Platz mausert sich dieses Bild zur Superlative. Das Publikum ist dominiert von jungen Einheimischen. Touristen sind kaum zu sehen. Wir setzen uns draussen ins «Platea», bestellen einen Snack und beobachten das Treiben.

    Nächster Check-In-Versuch im Kedl. Dieses Mal funktioniert das elektrische Schloss nicht mehr. Der gleiche Code passt aber zum Schlüsselsafe neben der Tür, und mit dem dort enthaltenen Schlüssel klappt der Zugang zu unserer Suite. Unten befinden sich Bad, Sitzecke und Kitchenette, oben das Schlafzimmer. Vom Balkon aus haben wir Blick auf die lärmige Strasse und eine kleine Ecke vom Meer. Die Roomtour sparen wir uns für heute.

    Nach einer ausgedehnten Siesta, wo ich auch wieder ein bisschen Blog Schreiben aufholen kann, ziehen wir uns an und machen uns auf die spannende Suche nach einem Tempel der kulinarischen Genüsse.

    Wir spazieren am Yachthafen entlang. Die hier liegenden Boote entsprechen eher unserer Kragenweite. Da wir auf Mani viele hübsche Buchten gesehen und nach ihrer Ankerfähigkeit beurteilt haben, suchen unsere Stielaugen nach Hinweisen auf Charteryachten. Laut Internet soll es hier zwei Charterbasen geben. Gesehen haben wir nichts davon. Dafür Katzen, die auf luxuriösen Yachten herumspazieren.

    Das Restaurant Aphràlato befindet sich in einer kleinen Seitenstrasse, gleich gegenüber vom zweiten Hafenbecken. Wir machen es uns an einem Aussentisch gemütlich. Serviert werden stundenlang geschmorte Schweinerippchen an einer leckeren Honigsauce. Selbstverständlich sind auch hier die Portionen so gross, dass unsere mobilen Essensvorräte wieder einmal reichhaltig aufgestockt werden können.

    Wir kommen mit unserer Tischnachbarin ins Gespräch. Sie arbeitete schon ihr ganzes Leben lang als Crew auf Privatyachten. Aktuell macht sie Bordwache auf «ihrem» 30-Meter-Schifflein, bis die Eignerin sich wieder per Privatjet für den nächsten Törn herbequemt. Wir erfahren Einiges über dieses ungewöhnliche Leben und kommen zur Einsicht, dass man wenige persönliche Ansprüche haben darf, um die Vorteile dieses Jobs richtig geniessen zu können.

    Es bleibt bis spät in die Nacht angenehm warm. Gemütlich spazieren wir den gleichen Weg zurück zum Kedl. Der Lärm auf der Strasse ist auch weniger geworden, so dass wir uns auf eine ruhige Nacht freuen können.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 12 – Siga Siga

    Ein weiterer Morgen beginnt für uns mit herrlichem Sonnenschein, Vogelgezwitscher und einem prachtvollen Blick über das Meer. Frühstück findet wieder auf der Terrasse statt.

    Wir planen, heute vornehmlich das Haus und die Terrasse zu geniessen. Es gibt nur einen einzigen, klitzekleinen Ausflug zu unternehmen, der in dieser Gegend beinahe zur Pflicht gehört. Dafür ziehen wir die wärmeren Klamotten an, obwohl für heute 25 Grad Celsius gemeldet werden. Ziel sind die Tropfsteinhöhlen von Diros.

    Als wir in Areopoli quasi auf die Kantonsstrasse einbiegen, erblicke ich im Rückspiegel zwei Reisebusse, die scheinbar die selbe Strecke wie wir fahren. Die wollen doch nicht etwa…? Ich ermutige die 3 Zylinder unseres Sanquälo zu etwas mehr Eile. Venga Venga! Aber Siga Siga! Nur so für alle Fälle.

    15 Minuten später. Ein paar 100 Meter vor dem Eingang zu den Höhlen befindet sich der Ticketschalter. Das Häuschen ist aber nicht besetzt. So fahren wir weiter zum unteren Parkplatz, in der Annahme, dass vielleicht ausserhalb der Saison die Tickets direkt beim Eingang verkauft werden. Falsch gedacht. Vermutlich war die Bedienung gerade auf einem anderen Häuschen. In gemütlicher Eile fahre ich noch mal zum Ticketschalter hoch und sehe zwei Reisebusse in dessen Parkplatz einbiegen. Vengaaaa! Per Powerslide rase ich seitwärts in die Parklücke, lasse mich mit dem Schwung aus der Tür fallen und komme per Rolle vorwärts vor dem Ticketschalter auf die Füsse – Sekunden, bevor die Reisebusbegleiterin eintrifft. «Two Tickets pleeease.»

    Na gut, ganz so dramatisch war es dann doch nicht. Jedenfalls halte ich danach zwei Tickets mit den Nummern 17250 und 17251 in den Händen, als ich wieder zurück zum unteren Parkplatz rolle. Der Einlass erfolgt in Gruppen. Kurz darauf werden wir zusammen mit fünf anderen Besuchern aufgerufen und das Abenteuer beginnt.

    Der erste Teil der Tropfsteinhöhle steht unter Wasser. Wir steigen in ein kleines Boot und werden von einem Guide durch die Höhlen zwischen den Tropfsteinen hindurch gerudert.

    Die Temperatur drinnen entspricht überraschenderweise jener draussen – wir sind mal wieder zu warm gekleidet. Und wir tragen tatsächlich Schwimmwesten, obwohl die Wassertiefe rein optisch beurteilt kaum ein Meter ist.

    Nach 200 Metern steigen wir wieder aus. Der Rest der Höhle ist zu Fuss begehbar. Manche Tropfsteine sind bis zu 2 Millionen Jahre alt. Wir lassen uns Zeit bei der Besichtigung, sodass die anderen Besucher vorauslaufen und wir die Höhlen für uns, bzw. unsere Kameras alleine haben.

    Wir sind schon fast am Ausgang, als hinter uns Gegröhle laut wird. Die beiden Reisebusse lieferten eine Ladung Jugendlicher ab, die kein grosses Interesse an den dargebotenen Naturwundern zu haben scheinen. Venga! Der Weg zum Parkplatz führt an der Küste entlang und gibt einen Eindruck von den 500 Metern Strecke, die wir unter dem Berg zurückgelegt haben.

    Den Rest des Tages verbringen wir bei herrlichem Sonnenschein auf unserer Terrasse. Lydia bastelt ein leckeres Plättli aus diversen Tavernen-Resten zusammen.

    Später gibt es Apéro und zum zNacht den restlichen Sugo Bolognese mit Penne von vorgestern. Bis in den Abend hinein geniessen wir dieses wunderschöne Plätzchen, bevor wir uns wieder zur Nachtruhe betten.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 11 – Mani

    Auf eine ruhige Nacht folgt ein sonniger Morgen. Perfekte Bedingungen für ein Frühstück auf der feudalen Terrasse. Der Blick über das üppige Grün und das Meer ist untermalt mit dem Zwitschern von Vögeln und dem Summen von allerlei Insekten. Wovon gelegentlich ein Letzteres von einem der Ersteren direkt in der Luft geschnappt und verspeist wird. Mahlzeit!

    In sommerlicher Kleidung fahren wir los, die Halbinsel Mani zu erkunden. Erster Stopp: Eine Doline kurz nach Areopoli.

    Dabei handelt es sich um eine eingestürzte Höhle, auch Senkloch genannt. Dieses Exemplar hier ist gute 30 Meter tief und von dichtem Gestrüpp überwuchert. Daneben wurde eine kleine Kapelle gebaut.

    Weiterfahrt nach Süden. Nach 25 Minuten erreichen wir Vathia. Es ist ein kleines Dörfchen, das den typischen mittelalterlichen Baustil mit seinen Bruchsteinmauern und Wohntürmen auf dieser Halbinsel repräsentiert.

    In den 70 Jahren verliessen die Bewohner nach und nach ihre Häuser, weil es in der Gegend keine Arbeit gab. Vathia mutierte zum Geisterdorf. Heute kann man einige Gebäude betreten und sich einen Eindruck von den damals sehr einfachen Behausungen machen.

    Doch Vorsicht, einige Gebäude sind schon teilweise eingestürzt bzw. sind einsturzgefährdet. In manchen Gebäuden fehlen die Böden und es wachsen Bäume drin.

    Einzelne Bauten wurden wieder bewohnbar gemacht. Offenbar durch Rentner, die sich keine Gedanken mehr um Arbeitssuche machen müssen.

    Weiter südlich soll es eine hübsche Bucht mit Sandstrand und Tavernen geben. Wir fahren verschiedene Strecken ab und finden auch tatsächlich so manche Traumbucht, doch gastronomische Freuden gibt es offensichtlich nur in der Hauptsaison.

    Auf dem Rückweg schauen wir in Gerolimenas vorbei. Die Taverne Mani Mani verwöhnt uns üppig mit griechischen Meze und einem Erste-Reihe-Platz mit Blick über die Bucht. Wie überall sind auch hier die Portionen grosszügig, so dass wir einmal mehr um eine Reste-Box reicher zu unserem Gefährt zurückkehren.

    In Areopoli kehren wir noch im Supermarkt ein. Die Villa Aurora ist auch mit einem mächtigen Gasgrill ausgestattet und es wäre ein Verbrechen, diese Gelegenheit ungenutzt vorbeiziehen zu lassen. Wir suchen die Fleischtheke nach Rindersteak ab, irgendetwas in der Region T-Bone / Tomahawk / Rib-Eye. Auf Nachfrage schüttelt die Bedienung entschieden den Kopf, bedeutet uns, mit ihr den Laden zu verlassen und zeigt uns höchstpersönlich, wo der örtliche Metzger zu finden ist.

    Dennoch kehren wir in den Supermarkt zurück, denn wir haben ja noch zahlreiche Beilagen und Zutaten auf unserem gedanklichen Einkaufzettel stehen. Und 240 Gramm griechische Salami, frisch geschnitten und verpackt von der freundlichen Fleischwarenfachverkäuferin.

    Beim Metzger erhalten wir dann ein ehrfurchtgebietendes Stück Rib-Eye-Steak von 800 Gramm überreicht. Preis: EUR 11.35. Mehrwertsteuerfrei.

    Eine Siesta und ein Apéro später bauen wir das Setup für unser Grillfest auf. Der Weber Gasgrill zeigt, was er drauf hat. Die Temperaturanzeige klettert auf 300° Celsius, begleitet von starker Rauchbildung. Verwundert drehe ich das Gas ab und der Grill brennt weiter. Wortwörtlich. Offenbar hat sich viel Fett aus vergangenen Grillparties in der Wanne angesammelt, welches nun fröhlich rauchend sein privates Inferno inszeniert. Dann lassen wir Dich erstmal schön ausbrennen, Filos.

    Die ideale Garstufe für unser Monstersteak bestimmen wir mangels Bratenthermometer nach der pro-cm-2-Minuten-und-dann-mal-schauen-Methode. Ein erster Probeschnitt nach 12 Minuten offenbart noch 4 Minuten fehlende Zeit.

    Dann aber ist unser Menü perfekt. Nach dem Wegschneiden von Knochen und Fett bleiben noch rund die Hälfte Steakfreude übrig. Dazu gibt es dicke Folienkartoffeln mit Quark und gebratene Tomaten. Lecker!

    Nach einem spektakulären Sonnenuntergang bricht die Nacht herein. Ein dreiviertel-Mond steht in der klaren Dunkelheit. Die Hunde in der Gegend geben gelegentlich ein beeindruckendes Heulkonzert von sich und wir sind reif für die Heia. Gute Nacht.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 10 – Zeig uns den Mittelfinger

    Etwas ist anders heute morgen, nur was? Auch heute scheint die Sonne, die Vögel zwitschern, der Blick über das Meer ist traumhaft. Selbst die Frachtschiffe von gestern liegen noch unten vor Anker. Ach ja: der Wind ist weg! Und wir reisen heute mit einem kleinen bisschen Wehmut ab.

    Wir machen Ordnung im Haus und packen unsere Siebensachen zusammen. Siga Siga, wir haben viel Zeit bis zum Checkout. Punkt 11 Uhr verschliessen wir die Tür, bereit für ein neues Abenteuer. Eine Schildkröte kriecht am Strassenrand entlang, vermutlich, um uns eine gute Reise zu wünschen.

    Wir verlassen Neapoli Richtung Norden. Mit 25° sind die Temperaturen deutlich höher als in den vergangenen Tagen. Schon bald bereuen wir, dass wir uns eher frühlingshaft gekleidet haben. Egal, unser Qualmdero ist klimatisiert.

    Beim Küstenort Valtaki machen wir einen kleinen Abstecher zum Strand. Mit hochgekrempelten Hosenbeinen und nackten Füssen waten wir durch das klare Wasser des Lakonischen Golfes.

    Und stehen vor dem rostigen Wrack des Frachtschiffes ‹Dimitros›. Anfang der achtziger Jahre war die Reederei pleite und das Schiff gammelte im gegenüberliegenden Hafen von Gythos vor sich hin. Die Hafenbehörde schleppte es in die Bucht und legte es vor Anker. Während eines Sturmes riss die Ankerkette und das Schiff lief auf den Strand an seinem jetzigen Standort auf. Seither ist es ein Openair-Kunstobjekt und eines der am  meisten fotografierten Motive auf dem Peloponnes. Womit wir hiermit ebenfalls dazu beitragen.

    Hier beginnt auch der Übergang auf den Mittelfinger des Peloponnes, der Halbinsel Mani. Wir fahren weiter in den eben erwähnten Ort Gythos. Zu Fuss erkunden wir die Hafenpromenade und setzen uns an einem zentralen Platz auf einen Drink hin. Viele Einheimische begegnen sich hier. Alle tragen ihre gute Garderobe, denn es ist Sonntag und hierzulande hat der Tag des Herrn eine feierliche, gesellige Bedeutung. In der Ferne erhebt sich ein Berg mit schneebedecktem Gipfel.

    Wir gönnen uns noch einen Abstecher zum örtlichen Leuchtturm. Die Zufahrt zum Parkplatz verläuft über eine schmale Mole und man muss gut aufpassen, dass man seinen Mietwagen nicht versehentlich in ein U-Boot umfunktioniert. Oder Fussgänger ins Wasser stößt, die freundlich in Einerkolonne entlangspazieren.

    Weiter geht’s Richtung Süden. Die üppige Vegetation ist überwältigend. Abgesehen von den vielen Sträuchern und Blumen  führt die Strasse durch riesige Plantagen voller Oliven-, Orangen- und Zitronenbäume.

    Wir durchqueren die Halbinsel von Osten nach Westen, wo das Gelände felsiger und steppenhafter wird. Im Hauptort Areopoli leitet uns Google durch schmale, holprige Gassen hinunter Richtung Meer. Bis wir im kleinen Örtchen Omales vor der Villa Aurora, unserer Behausung für die nächsten Tage, stehen.

    In der Nachbarschaft geht es hoch her. Laute Diskussionen, Kindergeschrei, Hundegebell. Es ist eben Sonntag und die Griechen feiern Familienzusammenkunft. Das gehört halt zum Ferienerlebnis dazu, also Siga Siga.

    Die Villa Aurora ist im mittelalterlichen Stil mit Natursteinfassade gebaut und einfach ein Traum. Ein grosses Wohnzimmer mit Küche, zwei Schlafzimmer, einer Veranda sowie einer Terrasse mit einem Traumblick ins Grüne und über das Meer. Ferienherz, was willst Du mehr?

    Schnell haben wir unser Gepäck eingeräumt und Lydia einen Apéro auf den Gartentisch gezaubert. Ganz ohne Wind und mit viel Sonne stossen wir auf unsere Ankunft an.

    Danach machen wir uns ausgehfein. Unsere Vermieter haben uns eine Fischtaverne in Karavostasi, etwa 15 Minuten Autofahrt entfernt, empfohlen. Sie liegt direkt am Meer in einer Bucht und hat – natürlich – saisonhalber nur wenige Gäste. Wir suchen uns einen stattlichen Wolfsbarsch von 1.5 Kg aus, der uns 20 Minuten später gegrillt serviert wird.

    Wir kommen mit unseren einzigen Tischnachbarn, einem Paar Mitte 70 aus Holland, ins Gespräch. Sie sind im Februar mit ihrem Camper von zuhause gestartet. Erst nach Sizilien, dann nach Tunesien und jetzt für einige Wochen in Griechenland. Ihr nächstes Ziel machen sie von den Temperaturen abhängig, bevor sie im September wieder nach Hause zurückkehren. Die Unterhaltung ist kurzweilig und interessent. Spät verabschieden wir uns voneinander und fahren bei stockfinsterer Nacht zurück zu unserer Bleibe.