• Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 9 – Monemvasia

    Eigentlich sollte der Wind heute nachlassen, doch beim ersten Nase rausstrecken heute Morgen wird klar, dass da eher der Wunsch der Vater des Gedanken war. Dennoch, der Himmel ist stahlblau und wir werden den für heute  geplanten Ausflug unbeirrt durchziehen.

    Frühstück findet wieder in der Stube statt. Draussen herrscht reger Schiffsverkehr, den wir durch die Fenster beobachten können. Zwei grosse Frachtschiffe haben ihre Anker mitten in der Meerenge zwischen Neapoli und der Insel Elafonisos gesetzt. Heute ist Samstag und vermutlich warten sie so die Zeit ab, bis sie in einem umliegenden Hafen einlaufen dürfen.

    Unser heutiges Ziel heißt Monemvasia, auch genannt das ‹Gibraltar des Ostens›. Es handelt sich dabei um ein befestigtes Städtchen auf einem vorgelagerten Felsen auf der Ostseite der Halbinsel Lakonien. Auf der Fahrt erfreuen wir uns wie immer leerer Strassen sowie beeindruckender Aussichten auf das Meer, die Klippen und die üppige Vegetation.

    Dank der Vorsaison finden wir mühelos einen Platz auf der durch einen Damm und eine kleine Brücke mit dem Festland verbundenen Insel. Die Windböen sind stark, hohe Brecher prallen gegen den felsigen Strand und spritzen Gischt hoch.

    Bis zum Städtchen ist es von hier aus ein viertelstündiger Spaziergang. Von weitem ist die Stadtmauer und die oben auf dem Felsen trohnende Festung zu erkennen. Auf dem Weg ist es fast windstill, weil die Strecke im Windschatten des Felsens liegt. Ein kleiner Tunnel in der Stadtmauer führt ins Innere.

    Ein wahres Labyrinth von Strässchen und Gässchen führt um kleine steinerne Häuschen herum. Der Ort ist dominiert von Tavernen, Unterkünften und Souvenirläden. Monemvasia ist prinzipiell ein Freiluftmuseum und kaum bewohnt. Da die Stadt komplett autofrei ist, müssen alle Waren – von Lebensmitteln bis hin zu Baumaterialien – mühsam mit Eseln oder von Hand durch die schmalen Tore und Gassen transportiert werden.

    Wir setzen uns auf die Terrasse einer Bar für eine kleine Trinkpause und bewundern das Panorama. Hier ist es einigermassen vor dem starken Wind geschützt, auch wenn sich immer wieder das Sonnensegel über unseren Köpfen aufbläht und die Bilder an der Wand bedrohlich umherklappern.

    Danach Erkundungstour durch das Labyrinth. Der Besucherstrom ist mässig und es gibt viele Stellen, an denen wir ganz alleine unterwegs sind. Man darf vermuten, dass das nicht zu jeder Jahreszeit der Fall sein wird. Ein paar Impressionen:

    Lydia bleibt im Dorf, während ich mir den Aufstieg auf die Festung leiste. Ich habe die Stufen nicht gezählt, aber es sind jedenfalls weniger als 999. Viel zu sehen, ausser verfallener sowie restaurierter Mauern, gibt es nicht. Ich bin nur für die Aussicht hochgeklettert und um euch, liebe Leser, dieses Foto zu bieten:

    Gerne würden wir uns für einen Snack auf einer der wirklich hübsch gestalteten Terrassen der hiesigen Tavernen setzen, doch sie sind alle mehr oder weniger dem Wind ausgesetzt und dadurch nicht unbedingt gemütlich. Man kann auch drinnen sitzen, aber das gibt uns der Kopf nicht zu und so beschliessen wir, den Rückweg zum Parkplatz unter die Füsse zu nehmen.

    Direkt am Parkplatz befindet sich die Taverne Anemi. Die Terrasse vor der wütenden See ist eingepackt in transparente Zeltplanen und ist so vor dem Wind geschützt. Warum in die Ferne schweifen? Man kredenzt uns einen Salat mit Lachsstreifen und Avocado sowie ein leckeres Moussaka, welches dem örtlichen Stil entsprechend mit einer Prise Zimt gewürzt ist.

    Nach der Rückfahrt ist meine erste Amtshandlung, unsere überdimensionierte Badewanne mit Wasser zu füllen. In der Zwischenzeit bringen wir allerlei Zutaten für einen Sugo Bolognese in einem grossen Topf auf Betriebstemperatur. Während unser zNacht leise vor sich hinköchelt, machen wir Siesta und geben uns später der Entspannung im warmen Wasser hin.

    Apéro und zNacht finden dann weniger überraschend drinnen statt. Das Meer und der Sonnenuntergang ist auch von hier aus hübsch anzusehen.

    Bis zur Bettruhe gönne ich dem stark vernachlässigten Blog ein paar Zeilen. Das Hochladen von Fotos und Videos ist immer noch eine Herausforderung. Bei schlechter Internetabdeckung wittert mein Webhoster einen Angriff und sperrt die IP-Adresse. Hier ist das Internet aber sehr gut und so kann ich ein bisschen aufholen.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 8 – Steine gucken

    Trotz des starken Windes haben wir eine sehr ruhige und erholsame Nacht verbracht. Es verspricht, ein sonniger Tag zu werden. Allerdings immer noch ein windiger und deshalb kühler Tag.

    Hier herrscht der Meltemi, ein kräftiger Nordwind. An den hohen Bergen Lakoniens entsteht ein Düseneffekt, der sich an der Südspitze, dem Cap Malea, verstärkt und sich dann fächerförmig ausbreitet. Hier trifft auch die ägäische Strömung auf das ionische Meer. Das Ergebnis ist böiger, starker Wind und unruhige See. Die Umschiffung des Pennopoles ist an dieser Stelle kein Vergnügen und war eine weitere Motivation für den Kanalbau zu Korinth.

    Für uns ist es Motivation, den Tag in der guten Stube zu verbringen. Wir nutzen die Gelegenheit, die Weiterreise und unsere nächste Unterkunft zu planen. Und natürlich für ein gemütliches Frühstück. Ausserdem bin ich mit dem Blog Schreiben arg in Verzug geraten. Dann drängt sich noch ein kleines Bündel Wäsche auf, eine Runde in der hauseigenen Waschmaschine zu drehen. Langeweile sparen wir uns für ein Andermal auf.

    Wie versprochen herrscht am Nachmittag eitel Sonnenschein. Der Blick über den glitzernden Ozean ist schon sehr verlockend, vielleicht das Haus doch noch für ein Stündchen oder zwei zu verlassen. Nicht für einen Segeltörn, aber für einen kleinen Ausflug an die Küste. Wir verpacken uns sturmsicher und klettern in unsere grüne Teufelskiste.

    Google kennt den kürzesten Weg. Auf einer unbefestigten Strasse. Übersät mit Schlaglöchern und grossen Steinen. Bei gefühlten 50 Grad Steigung. Danke, Google. Glücklicherweise ist unsere Quitscha  geländegängig und meistert die Aufgabe souverän. Bald erreichen wir die befestigte Strasse nach Süden.

    Wie in den meisten Gegenden des Peloponnes herrscht auch hier sehr wenig Verkehr. Kurvenreich führt die Strasse durch üppiges Grün und bietet einen zauberhaften Blick über die Ägäis. Eine Herde Ziegen überquert gemütlich die Strasse. Siga siga.

    ‹Petrified Forrest› – ‹versteinerter Wald› heisst unser Ziel und liegt in einer kleinen Bucht am südlichsten Zipfel von Festland-Griechenland.

    Vulkanische Aktivität liess die vormals bewaldete Gegend ins Meer absinken. Mineralien im Wasser, hauptsächlich Kalk, ersetzten über die Jahrmillionen die organische Struktur der Baumstämme. Tektonische Verschiebung hob das Plateau wieder aus dem Wasser. Voilà, versteinerte Baumstämme.

    Auf dem Rückweg vermeiden wir den Rumpelpfad und nehmen den Umweg über das Dorf. Im örtlichen Supermarkt machen wir Halt. Der Komfort einer voll ausgestatteten Küche in unserer Behausung schreit förmlich nach Hausmanns bzw. -frauskost. Der Laden ist gut sortiert und es hat eine bediente Fleischtheke. Zwei mächtige Hähnchenschenkel werden für uns reingepackt. Rindshack wird vor unseren Augen mittels eines schönen Stücks von der Schulter fabriziert. Dazu etwas griechische Salami, Oliven verschiedene Gemüse, Gewürze sowie riesige Kartoffeln. Google Translate ist unser zuverlässiger Begleiter. Danke, Google.

    Zum zNacht gibt es Hähnchenschenkel mit Mischgemüse vom Backblech. Während unser Menü im Ofen gart, nutzen wir die sonnige Terrasse für einen kurzen Apéro. Gut eingepackt, versteht sich, denn noch immer saust uns der Meltemi um die Ohren.

    Mit unserem feinen zNacht, einem Glas Wein, gemütlichem Beine hochlegen und dem Beobachten des Sonnrnuntergangs beschliessen wir diesen schönen Tag in der warmen Stube.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 7 – Regentag, Reisetag

    Erwartungs- und vorhersagegemäss lauert hinter den zugezogenen Rollläden strammer Regen. Gemütlich stellen wir unser Reisegepäck zusammen und gönnen uns noch mal ein kleines Frühstück, bestehend aus Birchermüesli und Kaffee. Dann Kühlschrank räumen. Die Anzahl der Tüten mit Lebensmitteln ist bereits zu einer beeindruckenden Menge angewachsen. Das bedeutet mehrmals zwischen Haus und Sandero durch den Regen hin und her rennen. Aber es hat alles bequem im Kofferraum Platz.

    Vor uns liegen 4,5 Stunden Fahrzeit. Unsere Planung geht auf, denn dafür haben wir den Regentag reserviert. Die Strecke führt noch mal durch Nafplio hindurch und auf der anderen Seite der Bucht Richtung Süden. Dies markiert auch den Übergang in den Zeigefinger des Peloponnes, der Halbinsel Lakonien. Die Strasse führt vollständig, auf halber Höhe, an der Küste entlang und bietet immer wieder, trotz strömenden Regen, schöne Ausblicke über das Meer bis zum Horizont.

    Im Örtchen Leonidio legen wir auf halber Strecke einen Mittagshalt ein. Etwas ausserhalb des Zentrums finden wir das Restaurant Mouria. Wir sind wieder einmal die einzigen Gäste. Freie Platzwahl. Da es kalt ist, wählen wir einen Tisch neben dem Ofen, der gerade frisch eingefeuert wurde. Der anschließende Blick in die Karte offenbart, dass wir endlich einmal in einem traditionellen griechischen Restaurant gelandet sind. Wir bestellen Lammeintopf und Gyros.

    Bald füllt sich der Laden zunehmend mit einheimischen Gästen. Hinter uns wird ein großer Tisch für eine Geburtstagsfeier belegt. Griechisches Palaver dominiert den Raum. Man kennt sich, es wird kreuz und quer geschwatzt und wir verfolgen fasziniert das Schauspiel. Das Essen ist lecker und belastet unser Budget nur geringfügig.

    Unser Reiseziel heisst Neapoli Voion. Google schlägt uns eine Route über die Berge vor. Kein Vergleich mehr zur gut ausgebauten Strasse entlang der Küste. Eine Serpentine reiht sich an die Nächste und es geht gefühlt nur noch bergauf. Es ist grösstenteils neblig. Siga siga, aber wir wollen trotzdem irgendwann mal ankommen. Uns beschleicht das Gefühl, dass Google selbst keine Ahnung hat. Zum Trost gibt es immer wieder hübsche Flecken zu sehen.

    Die Kilometer schmelzen dahin. Kontinuierlich führt die Strasse ins Tal. Die engen Kehren werden geringer. Der Regen lässt nach, aber der Wind weht stärker. Schliesslich erreichen wir Neapoli Voion. Eine steile, grob betonierte Strasse führt auf ein Plateau zur Villa Itis, unserem Zuhause für die nächsten Tage.

    Ein Traumobjekt an einer Traumlage! Blick über das Meer bis zum Horizont. Die kleine Wohnung im Obergeschoss ist sehr geschmackvoll eingerichtet, sauber und gepflegt. Im Badezimmer steht ein gewaltiger Whirlpool. Der Kühlschrank ist gefüllt mit Trinkwasser sowie allerlei Frühstückzubehör und auf der Theke lockt ein leckerer Straciatella-Cake. An alles wurde gedacht, selbst an Filzpantoffeln, um auf dem kalten Steinboden keine Frostbeulen zu kriegen. Hier lässt es sich sehr feudal aushalten. Roomtour gefällig?

    Nach zwei Stunden ist der Whirlpool gefüllt und wir ready, um uns von der langen Fahrt zu entspannen. Unser  zNacht besteht danach aus gesammelten Resten aus diversen Tavernen. Während draußen der Wind tobt, kriechen wir früh in das luxuriöse Boxspring-Bett.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 6 – Nafplio

    Ein weiterer Traummorgen begrüsst uns in der Bucht von Tolo. Die Verlängerung unserer Buchung tut gut, so dass wir den heutigen Tag wieder entspannt angehen können.

    Unser heutiger Ausflug führt uns in die Hafenstadt Nafplio. Einst war sie Hauptstadt von Griechenland, nachdem die osmanischen Besatzer erfolgreich rausgeworfen wurden. Heute wird sie regelmäßig von abertausenden von Touristen besetzt, was wir noch herausfinden werden.

    Die Fahrt dauert nur 20 Minuten. Unsere Quatscha parken wir unter der südlichen Stadtmauer und begeben uns zu Fuss auf der Uferpromenade zum Zentrum der Altstadt.

    Gewaltige Privatyachten liegen vor Anker oder an den Anlegestellen im Hafen. Es wären würdige Alternativen für unsere «Moonlight». Doch dann fällt uns ein, dass diese gar nicht in unseren Liegeplatz am Neuenburgersee reinpassen würden.

    In der Altstadt ist wenig los. Aber die schiere Anzahl an Tavernen, Frühstücksbars, Hotels sowie allerlei Mode- und Schmuckläden lässt erahnen, was hier im Sommer für ein üppiger Auflauf von Touristen zu erwarten ist. Mit ihren zahlreichen Gässchen und dem marmorbelegten Hauptplatz ist sie auch ein echter Hingucker.

    Viele Tavernen sind zu dieser Jahreszeit geschlossen oder öffnen erst um 13 Uhr. Unserem Hunger ist das egal. Um die ganz offensichtlichen Touristenfallen am Hafen machen wir einen grossen Bogen. Die übrigen, geöffneten Optionen fallen aufgrund ihrer äusseren Erscheinung oder der Bewertung bei Google nicht näher in Betracht. In der Zwischenzeit hat auch der Wind merklich aufgefrischt und so fallen viele Tavernen in den Längsgassen wegen Zugluft ebenfalls weg. So wählen wir der Not gehorchend eine kleine Frühstücksbar in einer Seitengasse aus. Die Auswahl ist auch hier nicht weniger touristisch, aber wenigstens kriegen wir etwas Sonne ab und es ist nicht so windig. Und unserem Hunger ist es auch irgendwie egal.

    Die Besichtigung schliesst auf dem Hügel der Altstadt ab, von wo man noch einmal einen schönen Blick über die Dächer, den Hafen, die Bucht hat… und eine Kolonne von Reisebussen, die für eine kleine Mini-Invasion anrückt – nichts wie weg!

    Eine Strasse führt rückseitig zum Parkplatz und schliesst einen perfekten Rundgang ab. Von hier aus könnten wir die 999 Stufen zur Festung auf dem Hausberg gleich nebenan erklimmen. Sollten wir…? Nein, nichts wie weg!

    Dafür fahren wir auf einen Spaziergang zur benachbarten Karathona Beach,  einer weitläufigen Bilderbuch-Bucht an glasklarem Wasser. Natürlich weht auch hier der kräftige, kalte Wind und wir brechen die Übung nach wenigen Minuten ab.

    Auf der Rückfahrt nach Tolo machen wir an einem modernen Supermarkt Halt für Einkäufe. Von irgendwoher muss der Nachschub für unsere Apéros und zMorge ja kommen und die Auswahl ist hier üppiger als in den Mini Markets.

    Zuhause gibt es windbedingt wieder ein halb drinnen / halb draussen Apéro. Ausserdem planen wir unsere nächste Destination. Das Wetter wird die nächsten Tage nass, kühl und windig sein. Für die Auswahl der nächsten Unterkunft legen wir den Fokus daher stark auf Komfort, um unsere Ferien auch zeitweise im Pyjama geniessen zu können.

    Abends spazieren wir noch einmal in die Taverne Mourmourakis direkt am Strand. Das Wirtepaar freut sich, uns wieder zu sehen. Heute probieren wir das 600-grämmige Ribeye-Steak vom Grill aus. Geliefert wird ein beachtliches Tomahawk Steak. Auf mediterrane Art, d.h. eher well done als medium. Wir hatten nicht daran gedacht, die Garstufe zu erwähnen. Dennoch ist es seinen Preis von 22 Euro mehr als wert haha. Zum Nachtisch gibt es Ekmek Kadaifi, ein griechisches Schichtdessert mit einem Nussboden, Crème und Kadaifi-Teigfäden. Lecker.

    Derart präpariert ziehen wir uns bald in die Heia zurück, um für die morgige Strecke topfit zu sein.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 5 – Asklepios Wellness-Tempel

    Wir befinden uns im Osten der Halbinsel Argolis, dem Daumen des Peloponnes. Strahlende Morgensonne begrüßt uns, als wir die Storen hochziehen und die traumhafte Aussicht auf die Bucht von Tolo geniessen. Heute werden wir uns eine lustige Rundfahrt nach Westen und wieder zurück gönnen.

    Unser erstes Ziel liegt in den Hügeln von Epidaurus, einem Heiligtum des Asklepios, auch bekannt als der griechische Gott der Heilung. Vor 2600 Jahren war dies eine bedeutende Heilstätte, zu der Menschen aus allen Teilen Griechenlands auf der Suche nach Heilung pilgerten. Wenn der Gott nicht höchstpersönlich die Heilung durchführte, erschien er den Menschen im Traum und gab Anweisungen, die zur Linderung führen sollten. Sozusagen eine frühe Form von TelMed. Ansonsten standen Bäder, Kapellen, Gymnasien und ein Stadion für Wettkämpfe zur Verfügung. Vermutlich wurden aber nicht alle Leistungen von der Krankenkasse gedeckt.

    Der größte Teil der Anlage besteht heute nur noch aus Ruinen. Mutmasslich zerstört durch ein Erdbeben. Den Rest besorgte die Bevölkerung, die nach und nach die Steine als billiges Baumaterial abtransportieren. Es steht noch die eine oder andere Säule. Replikationen einzelner Mauerteile und Statuen sind in einem kleinen Museum vor Ort ausgestellt.

    Alles etwas renovationsbedürftig

    Einzig das Amphitheater überdauerte die Jahrtausende, da es lange unter einer dicken Schicht Erde begraben war. Es bietet Platz für 14000 Menschen und wird heute immer noch für kulturelle Anlässe genutzt. Wir können uns selbst von der überragenden Akustik überzeugen, wenn sich andere Besucher freiwillig in der Mitte aufstellen und sich zu einer kleinen Darbietung überreden lassen. Selbst auf den obersten Rängen vernimmt man alles klar und deutlich.

    Unser heutiger Bedarf an altertümlicher Geschichte ist somit reichlich gedeckt und wir können uns dem nächsten Abenteuer, der Suche nach einer adäquaten Institution – sprich Taverne – Zwecks eines frühzeitigen Mittagessens widmen. Mit Hilfe von Google Maps steuern wir auf gut Glück das Restaurant Egialos direkt am Strand an. Der Parkplatz ist leer, kein Mensch weit und breit zu sehen, doch als wir näher treten, erscheint der Patron und überlässt uns die freie Auswahl unter seinen rund 60 Tischen. Selbstredend, dass es uns nah ans Wasser zieht.

    Schnell werden ein Glas Weisswein und ein Mythos-Bier geliefert. Barfuss wühlen wir im Sand, während wir auf der Terrasse sitzend unsere Getränke geniessen und aufs Meer rausschauen. Die Speisekarte ist griechisch-touristisch ausgelegt. Wir entscheiden uns für Risoni mit Meeresfrüchten sowie eine leckere Moussaka.

    Die Portionen sind üppig, so dass uns unaufgefordert die Reste eingepackt werden. Unser Timing ist wieder perfekt, das Restaurant füllt sich, als wir uns aufbruchbereit machen.

    Für die Rückreise nehmen wir die südliche Route durch die Berge. Steil geht es hoch. Unser Schandero stemmt sich mit seiner ganzen 1-Liter-Power gegen die Steigung. Wir werden bald mit einem Traum-Ausblick über die Bucht belohnt.

    Danach folgt eine kurvenreiche Fahrt durch die farbige Pampa, bis wir auf der anderen Seite wieder das Meer und kurz darauf unsere Unterkunft erreichen.

    Der Wind bläst wieder stärker. Zum draussen Sitzen ist zu ungemütlich. Also ziehen wir den Balkontisch dicht an die geöffnete Schiebetür und setzen uns für den Apéro auf der Innenseite hin.

    Die Wetterprognosen für die Region melden ab übermorgen Regen sowie einen Temperatursturz um 10 Grad. Wir planen, den Regentag zum Reisen zu nutzen und dafür einen Tag länger in Tolo zu bleiben. WhatsApp an den Vermieter. Was kostet eine Nacht mehr? Ich hänge noch den Motivationsfloskel «zahle bar» mit an. Die Antwort folgt sofort. Bingo, wir dürfen mit einem netten Rabatt um eine Nacht verlängern.

    Den übrigen Abend verbringen wir entspannt mit Siesta machen und einem zNacht aus diversen Resten sowie einem bisschen Wein. Der Übergang vom Wohnzimmertisch ins Bett erfolgt fliessend.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 4 – Tolo

    Wir fahren die Storen hoch und werden einmal mehr von einem wunderschönen sonnigen Morgen begrüßt. Es ist schon jetzt heiß auf der Terrasse, so dass wir kurzärmlig draussen frühstücken und noch einmal den fantastischen Blick auf die Akropolis geniessen können.

    Danach stellen wir unser Gepäck zusammen, denn heute ist Abreisetag. Wir bestellen ein Taxi und verlassen das Studio um Punkt 11 Uhr. Der Verkehr in Athen ist dicht und wir kommen nur langsam voran. Siga Siga, wir haben keine Eile.

    Gegen halb 12 Uhr lädt uns das Taxi vor der Automietstation von Avance Cars ab. Vorsaison sei Dank sind wir dort die einzigen Kunden. Nach Erledigung des Papierkrams erhalten wir die Schlüssel zu unserem Wagen, einem grünen Dacia Sandero Stepway, in die Hand gedrückt. Ich nehme noch ein Beweisvideo auf, denn die Karre hat rundherum schon ein paar deutliche Gehörschäden erlitten.

    Unser Gepäck ist schnell verstaut und die Handyhalterung angebracht. Wir reihen uns in den Verkehr ein und verlassen Athen in Richtung Westen. Auf den grossen Ausfallstrassen gibt es keinen Stau und schon bald sind wir auf der wenig befahrenen Autobahn unterwegs. An den Zahlstellen kann ganz einfach per Handy bezahlt werden.

    Am Isthmus von Korinth verlassen wir die Autobahn und machen einen Abstecher zum gleichnamigen Kanal.

    Erbaut Ende des 19. Jahrhunderts trennt diese tief in den Felsen eingegrabene Schifffahrtsstrasse die Halbinsel Peloponnes vom griechischen Festland ab und reduziert die Reise von der Ägäis in den Golf von Korinth um bis zu 375 Seemeilen. Ich könnte das jetzt in Kilometer umrechnen, aber das wäre schon Korinthenkackerei.

    Für den Bezug unserer nächsten Unterkunft sind wir noch zu früh unterwegs. Also wagen wir einen Abstecher nach Alt-Korinth in den Bergen, wo uns in der Taverne Marinero ein paar leckere Meze sowie ein toller Blick über den Golf geboten wird.

    Danach quälen wir unsere Dacia weiter den Berg hoch, zur Festung Akrokorinth. (Wir erinnern uns: «Akrò» heisst «hoch»). Uns geht es nur um den Ausblick, denn die Festung hat bereits ihre Touri-Zugänge für heute geschlossen. Herrlich, wie grün und blumenreich das Gebiet zu dieser Jahreszeit ist!

    Eine weitere Autostunde auf kaum befahrenen Strassen vertieft diese Eindrücke. Ziegen weiden auf saftigen Wiesen und überall tragen Büsche und Bäume ihre farbigen Blüten zur Schau.

    Im Touristenörtchen Tolo beziehen wir dann unsere Behausung für die kommenden 2 Nächte. Die kleine Wohnung bietet einen herrlichen Blick auf die Bucht. Nur leider gibt es keine Abendsonne und der frische Wind lädt nicht unbedingt zum angenehmen Chillen auf dem Balkon ein. Ausserdem wollen wir den Bauarbeiter im Garten unter uns nicht stören, der beim Mörtel Anrühren und Hohlbausteine Schichten laute griechische Volksmusik aus seinem Radio nachsingt.

    Wir erkunden den Strand und das Dorf zu Fuss. Es ist sehr wenig Publikum unterwegs. Ein paar Verwegene baden im Meer. Eine kurze Fingerprobe überzeugt uns davon, dass wir die Badekleidung getrost im Gepäck lassen können.

    Ein kleines, feines Fischtavernchen namens Mourmourakis erregt mit seiner Terrasse direkt am Strand unsere Aufmerksamkeit. Das Wirtepaar empfängt uns sehr herzlich. Noch sind wir die einzigen Gäste. Man präsentiert uns den Fang des Tages und wir entscheiden uns für einen dicken Red Snapper. So geniessen wir den Abend vor maritimer Kulisse bei Fisch und Wein. Es gibt weiss Gott härtere Schicksale.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 3 – Piräus

    Unser kleines Studio mitten in Athen erweist sich als kleiner Geheimtipp. Von aussen darf man natürlich nicht zu genau hinsehen. Die Hütte sieht wirklich abgewrackt aus. Dann die ganzen wild montierten Fernsehantennen auf dem Dach. Falls die Aliens irgendwo landen, sollten, dann ganz bestimmt hier. Aber die Aussicht und die Lage so nah zu allen Sehenswürdigkeiten ist einfach einmalig!

    Auch unser Bad ist sehr speziell. Die Dusche ist mittig abgetrennt durch zwei Duschvorhänge, was bedeutet, dass man nur mit einem langen Schritt auf die Toilette kommt, wenn man keine nassen Füsse bekommen möchte. Das grosse oder kleine Geschäft erlaubt aber zur Belohnung einen exzellenten Blick auf die Akropolis.

    An diesem sonnigen Sonntagmorgen entscheiden wir uns spontan, einen kleinen Ausflug in die Hafenstadt Piräus zu wagen. Der Hafen soll mit seinen vielen Kreuzfahrtschiffen sehr sehenswert sein. Außerdem gibt es eine grosse Marina. Mit der Metro kommt man in 20 Minuten hin.

    Auf dem Weg zur U-Bahn Station Monastiraki gelangen wir an einer Kirche vorbei, in der sonore Kirchengesänge zu vernehmen sind. Der Gottesdienst wird hierzulande offenbar noch sehr ernst genommen und man sieht auch viele junge Menschen, die die Kirche betreten.

    Drei lange Rolltreppen führen in die Tiefe zu den Bahnsteigen. Wir verpassen unseren Zug um wenige Sekunden. Kein Problem, der Nächste fährt in 10 Minuten. Es ist erstaunlich, wie top modern und sauber diese Station aussieht – ganz im Gegensatz zum Zustand der Gebäude an der Oberfläche. Noch ungriechischer ist die Tatsache, dass der nächste Zug pünktlich einfährt und ebenso modern und sauber wie die Station aussieht. Unter gut gedämpftem Heulen rast er mit uns Richtung Meer.

    An der Endstation Dimotiko Theatro steigen wir aus und gelangen wieder an die Erdoberfläche. Google Gemini schlägt uns eine Busverbindung zum Hafen vor, denn mit den griechischen Hieroglyphen an dem Bushaltestellen wären wir nie und nimmer alleine dazu in der Lage gewesen.

    Ein paar Stationen und ein kleiner Fussmarsch später dann die Ernüchterung. Der Zugang zu den Hafenanlagen wird streng kontrolliert. Es gibt auch keine Promenade, von der man ungehindert auf die Schiffe gucken könnte. Alles ist eingezäunt, zu weit vom Wasser entfernt oder durch Gebäude verdeckt. Keine Aussichtsplattformen oder Ähnliches. Nach einer Viertelstunde geben wir die Übung auf und wenden uns in Richtung der Marina in der Stadtmitte zu.

    Diese ist ganz nett anzusehen und man sieht ein paar hübsche Schiffchen liegen. Das Ganze ist aber von einer stark befahrenen, lärmigen Strasse umgeben, welche die meisten Restaurants von der Promenade trennt. Manche betreiben quasi einen Aussenposten auf der Promenade, doch viele haben noch gar nicht geöffnet oder sind bereits restlos besetzt. So setzen wir uns in das italienische Restaurant FlaVino, welches wenigstens mit einem gediegenen Interieur, einer gepflegten Speisekarte und einem überaus charmanten Service punkten kann.

    Nach dem Essen hätten wir noch eine Exkursion zur äusseren Marina Mikrolimano unternehmen können, aber nach den bisherigen Eindrücken wollten wir nicht noch einmal enttäuscht werden. Wir beschliessen, nach Athen zurückzukehren und den Rest des Tages auf unserer Terrasse zu entspannen.

    Nach einem kleinen Fussmarsch zurück zur U-Bahn Station freuen wir uns auf eine gemütliche Rückfahrt. Weit gefehlt, die Athener Verkehrsbetriebe schicken uns die älteste Klapperkiste, die sie offensichtlich an Lager haben. Baujahr gefühlt kurz nach dem Spatenstich für den Parthenon. Der Lärm an Bord ist zuweilen ohrenbetäubend. Nach 20 Minuten ist es überstanden. Auf dem Weg zur Unterkunft decken wir uns mit Apéro-Zubehör ein.

    Die anschliessende Dusche ist besonders ausgedehnt und entspannend. Der Apéro steht dem in Nichts nach und wir geniessen die sonnige Wärme. Eine junge Taube gesellt sich zu uns und pickt alles auf, was uns aus den Händen «fällt».

    Mit dem Sonnenuntergang wird es draussen zu kalt. Unser Studio verfügt drinnen über einen Esstisch. Viel Hunger haben wir nach dem üppigen Mahl im FlaVino und dem Apéro aber eh nicht und so reichen uns die Reste aus dem Kühlschrank locker aus.

    Danach widmen wir uns auf der Lounge der Planung unseres nächsten Zieles, denn morgen ist Abreisezeit und wir haben noch keine Unterkunft gebucht. Morgen löst sich alles Weitere auf. Gute Nacht.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 2 – Auf Schuster’s Rappen

    Die Nacht war verhältnismässig ruhig dafür, dass wir mitten im Herzen Athens logieren. Ein sonniger, aber windiger Tag begrüsst uns, als wir die Storen vor den Fenstern hochfahren und mit dem unvermeidlichen Blick auf die Akropolis belohnt werden. Da wollen wir heute hin!

    Es gibt verschiedene Wege zum Ziel. Hop-on/-off Busse sind für gewöhnlich unsere erste Wahl. Die Internet Community rät aber für Athen davon ab. Die Sehenswürdigkeiten liegen alle kompakt um die Akropolis herum verteilt und sind fussläufig gut erreichbar. Das Geld kann man sich sparen, ausser, man möchte unbedingt Teil des hiesigen Verkehrsstaus werden. Wir können ohnehin schon fast bis zur Akropolis spucken. Die Entscheidung ist gefällt, wir gehen zu Fuss.

    Schon beinahe routiniert schlendern wir durch die Touri-Meile, immer der Nase nach. Hinter dem Monastiraki-Platz geht es langsam in die Höhe, durch gepflegte Gässchen und Treppen an netten Villen vorbei. Keine 20 Minuten seit Verlassen unserer Unterkunft stehen wir vor der Ticketausgabe. Mein Handy ist zahlbereit, als mir die freundliche Dame zwei Gratis-Tickets überreicht. Heute ist Nationaler Archäologietag, und da ist der Eintritt zu sämtlichen griechischen Kulturstätten kostenlos. Schnell blättere ich nach, wann Nationaler Weintag ist…

    Wir flutschen durch die Eingangskontrolle und steigen gemessenen Schrittes zur Akropolis hoch. «Akrò» bedeutet «hoch» und «polis» die «Stadt». Also quasi die Oberstadt. Einst Sitz der Könige. Irgendwann religiöse Kultstätte, oft genug militärische Anlage und heutzutage eben eine Touristenattraktion.

    Eine säulenbewehrte Anlage markiert den Eingang und schon stehen wir vor dem Allerheiligsten aller griechischen Wahrzeichen, dem Parthenon. Erbaut vor 2500 Jahren als Tempel unter Perikles. Danach gaben sich verschiedene Besatzer mehr oder weniger gewalttätig die Klinke – sprich die Säulen – in die Hand, bis sie im 17. Jahrhundert im Krieg gegen die Osmanen unter ziemlich dummen Umständen zerstört wurde.

    Pflichtschuldig betrachten wir die Jahrtausende alte Architektur. Noch faszinierender ist der Rundblick über das schier unendliche Häusermeer von Athen. In der Ferne sind die Containerbrücken von Piräus und das Meer zu erkennen. Das Ganze bei strahlendem Sonnenschein und durchaus angenehmen Temperaturen. Dennoch, ein kräftiger Ostwind droht unsere Kappen vom Kopf zu reissen.

    Nach einer Stunde hat man sich an den Ruinen satt gesehen. Zeit, wieder zu den neuzeitlichen Bauruinen Athens zurückzukehren. An der Südflanke schlendern wir nach unten. Zu unserer Rechten liegt das Dyonisostheater. Mit über 3000 Jahren auf dem Buckel schaut es noch ganz passabel aus.

    Unten angekommen schauen wir beim Zeus-Tempel vorbei. Mächtige Säulen in noch mächtigeren Baugerüsten, nicht wirklich wert, dafür den an anderen Tagen fälligen Eintritt zu bezahlen.

    Gleich um die Ecke liegt das Stadion der ersten modernen Olympischen Spiele von 1896. Wir schauen es uns nur kurz von aussen an, denn noch viel wichtiger als tote Steine sind uns mittlerweile die grossen Löcher in unseren Mägen. Die schwierige Suche nach einer würdigen Stätte Zwecks Befüllung besagter Löcher beginnt.

    Ein Park führt uns an die südöstliche Flanke der Akroplis heran. Hier liegt der Stadtteil Plaka, eine ebenfalls stark vom Tourismus geprägte Gegend. Der Maestro der Taverne Ionos wirbt charmant um unsere Gunst. Er strahlt gastronomische Kompetenz aus und so schlagen wir ein. Zwei Ouzos stehen sofort auf dem Tisch. Wir entscheiden uns für eine griechische Meze-Platte, die auch bald geliefert wird und sich als ausreichend für die Stillung unseres Hungers erweist. Zusammen mit einer leckeren Baklava und zwei Greek Coffee als Nachspeise, versteht sich. Bei soviel Greekness empfinden wir es beinahe schon als ungehobelte Zumutung, als ein Kellner versucht, uns fälschlicherweise eine Touri-Pizza zu servieren.

    Danach klettern wir weiter die Südostflanke der Akropolis hoch, in Richtung unserer Behausung. Schmale Pfade winden sich zwischen kalkweissen Häuschen hindurch, bevor es am nördlichen Hang durch zahlreiche Gassen, Plätze, Trümmerfelder voller Tempelsteine und lange, basarähnliche Einkaufsstrassen hinuntergeht. Wir erstehen an verschiedenen Ecken frische Erdbeeren, Gewürzmischungen sowie Feta-Käse. Es ist schon bald 16 Uhr und wir beschliessen, den Rest des Tages auf unserer schicken Terrasse zu verbringen.

    Nach einer entspannenden Dusche in unserem Mini-Bad und einer ausgedehnten Siesta ziehen wir uns beim Apéro die abendlichen Sonnenstrahlen hinein. Lydia zaubert mit minimalster Ausrüstung ein leckeres Tsatziki, welches wir uns zusammen mit Oliven, Tomaten, Feta, Kräckern und einem guten Glas griechischen Weines kredenzen.

    Es war den ganzen Tag über sehr windig. Mit dem Sonnenuntergang verschwindet dann auch die Wärme und wir flüchten ins Innere. Lydia operiert mir noch einen Holzsplitter aus einer Zehe, den ich mir auf dem Holzdeck eingefangen hatte. Während draussen auf der Akropolis die Lichter angehen, gehen sie bei uns ziemlich schnell aus. Gute Nacht.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 1 – Siga Siga

    Der Tag beginnt für uns früh, aber gemütlich. Wir haben genügend Zeit für eine entspannte Dusche, ein kleines Frühstück (Sprich: Kaffee) und um die letzten Dinge für unser Gepäck einzusammeln.

    Auch dieses Mal leisten wir uns eine Limousine  zum Flughafen Zürich. Gedanklich sehe ich wieder einen schneidig gekleideten Schofför Fritz mit S-Klasse vor unserer Tür stehen. Irgendwie stimmt dieses Bild dann doch nicht ganz mit der sehr jungen Nicky in ihrem Toyota Avensis überein, die uns kurz vor 8 Uhr abholt. Ich glaube, es liegt am Preisunterscheid…

    Hochkonzentriert fährt sie uns durch überraschend wenig Verkehr. Weniger überraschend dann der geringe Andrang bei der Gepäckabgabe und der Sicherheitskontrolle am Flughafen. Wir geniessen ein kleines Frühstück, steigen gemütlich in den Flieger und erreichen 3 Stunden später unser Ziel, Eleftherios Venizelos Athen.

    Schon bald ziehen wir unser Gepäck vom Band und spazieren zum Terminal hinaus, wo unser gebuchter Taxifahrer uns kurz darauf aufpickt. Auf der Fahrt in die Stadt keine besonderen Vorkommnisse, ausser dass jemand vor uns in die falsche Gasse der Zahlstation einfährt und beim rückwärts Rausmanövrieren beinahe mit Karacho in unser Taxi donnert. Unser Fahrer stellt mit einer wohldosierten Fanfare aus der Hupe die Ordnung wieder her und kommentiert das Ganze mit den Worten, die das Motto unserer Reise perfekt beschreiben: «Siga Siga!».

    «Nume nit z’gschprängt» würden wir dazu sagen, oder zu Deutsch «kein Stress».

    30 Minuten später werden wir im angesagten Stadtteil Psirri vor einer graffitibeschmierten Hässlichkeit aus Beton abgeladen. Unsere AirBnB Wirtin nimmt uns vor dem fabrikähnlichen Eingang in Empfang. Ein Minilift fährt uns in den 6. Stock. Feierlich werden wir in unsere Bleibe für die kommenden 3 Nächte geführt – ein hübsches Studio mit Erste-Reihe-Blick auf die Akropolis.

    Schnell ist unser Gepäck verstaut und unsere Reiseklamotten durch etwas Bequemeres ausgetauscht. Zeit, die Gegend auszukundschaften.

    Psirri ist stark vom Tourismus dominiert. Restaurants, Kleider- und Ramschläden stehen Tür an Tür. Der Publikumsverkehr ist aber überschaubar. Nach einer kleinen Übungsrunde durch die Gassen setzen wir uns in den Hinterhof der hübsch hergerichteten Taverne «Flint» und geniessen ein frühes zNacht. Allerdings nicht, bevor wir feierlich unsere Ankunft mit dem ersten Ouzo quittierten.

    Wir beweisen Sitzleder. Beim Verlassen der Taverne sind alle anderen Plätze belegt und es dunkelt langsam ein. Auf der Suche nach einem Supermarkt erleben wir weitere Eindrücke von Psirri, die stellenweise freizeitpark-würdig sind.

    Supermärkte im landläufigen Sinn gibt es hier nicht. Dafür sind überall verstreut Mini Markets, die die Grundbedürfnisse decken können. In unserem Fall bedeutet das Wein, Ouzo, Joghurt, Knabberzeugs, ein Sixpack Wasser, ein paar Früchte, etwas Gemüse sowie Oliven. Schwer beladen erreichen wir kurz darauf unsere Bleibe.

    Wir geniessen unseren Spitzenplatz auf unserer Terrasse vor der hell erleuchteten Akropolis und killen die restliche Flasche Rotwein, die wir aus dem «Flint» evakuiert hatten.

    Gegen 22 Uhr verkriechen wir uns dann in die Heia, widmen der Akropolis unseren Gutenachtkuss und übergeben uns der Nachtruhe.

  • Griechenland 2026,  Reisen

    Tag 0 – Reisepläne

    Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, aber mit grösster Wahrscheinlichkeit hing dicker Nebel draussen, irgendwann im Spätherbst, als wir uns entschlossen, eine neue Reise zu planen. Der Kälte entfliehen, andere Kulturen und vor allem ihre Kochkunst kennen lernen. Ans Meer, unbedingt! Am Besten auf die andere Seite der Welt. Asien, Australien vielleicht. Oder Malediven, vorher nach Dubai. Oder… ja, wieso eigentlich in die Ferne schweifen? Bei Zeus, es gibt doch ein schönes Meer gleich um die Ecke, antike Kulturstätten, Meze, Souvlaki und Tsatziki, angenehme Temperaturen, nette Tavernen für einen Ouzo mit Blick auf die Ägäis… Also, auf nach Italien!

    Oder wie hiess nochmal dieses Land, wo man Sirtaki trinkt und Rezina tanzt :D? Es geht natürlich nach Griechenland. Der Plan ist ganz einfach: Wir fliegen hin, schauen uns um und wenn es uns gefällt, bleiben wir ein Weilchen. Wird schon schiefgehen. Und wenn mir meine beiden Daumen nicht abbrechen, gibt es jeden Tag auf diesen Seiten einen kleinen Berichtos mit Fotos und Videos. Naja, fast jeden Tag. Wir werden sehen.

    Unser Gepäck steht bereit. Kaffeemaschine lassen wir zuhause. Kein Käse im Gepäck, kein Backpulver, keine Dollarnoten oder was uns sonst so auf unseren vergangenen Reisen begleitet und an der Sicherheitskontrolle für amüsante Momente gesorgt hatte. Es verspricht ausserordentlich langweilig zu werden. Perfekte Voraussetzungen also.

    Déja vue?

    Den freigewordenen Platz verwenden wir für das eine oder andere wärmere Kleidungsstück. Die aktuellen Wetterprognosen lassen darüber keine Illusionen aufkommen. Better safe than sorry, wie der Grieche so sagt. Also dann, es ist jetzt spät und unser Tag morgen beginnt früh. Gute Nacht!